Ärzte Zeitung online, 10.02.2010

Koalition denkt über längeren Zivildienst nach

BERLIN (dpa). Die schwarz-gelbe Koalition prüft wegen der geplanten Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate eine freiwillige Verlängerung des Zivildienstes.

Bei einer weiter reduzierten Wehrpflicht lohne sich für viele soziale Organisationen die Ausbildung von Zivildienstleistenden nicht mehr, sagte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich. Deswegen überlegten die Koalitionsfraktionen, den Zivildienst auf freiwilliger Basis zu verlängern. Dafür müsse dann auch Geld im Haushalt zur Verfügung gestellt werden.

Weil es mehr Bewerber als Stellen für ein freiwilliges soziales Jahr gebe, denke man zudem über eine Erhöhung der Stellenzahl nach. Laut Koalitionsvertrag wollen Union und FDP von 2011 an den Wehr- und Zivildienst auf sechs Monate verkürzen.

Im vergangenen Jahr wurden nach jüngsten Angaben des Bundesamts für den Zivildienst rund 90 550 Kriegsdienstverweigerer zum Zivildienst einberufen, 5450 mehr als im Vorjahr. Zum Jahresbeginn 2010 wurden 3811 junge Männer einberufen. Damit gehen dem Amt zufolge derzeit mehr als 76 300 Zivildienstleistende bundesweit vor allem sozialen oder ökologischen Tätigkeiten nach.

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