Ärzte Zeitung, 03.03.2010

Ministerin will Rechtsanspruch auf Pflegezeit ausweiten

Wer einen Familienangehörigen pflegt, soll bis zu zwei Jahre aus dem Job aussteigen können.

BERLIN (dpa/hom). Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat ihre Pläne für einen Rechtsanspruch auf eine Familien-Pflegezeit konkretisiert. In einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" schlug sie vor, dass Arbeitnehmer zur Pflege ihrer Angehörigen zwei Jahre lang halb arbeiten und währenddessen drei Viertel des Gehalts beziehen können. "Später müsste er dann wieder voll arbeiten, bekäme aber weiterhin so lange 75 Prozent des Gehalts, wie er zuvor Teilzeit gearbeitet hat - bis also das Zeit- und das Gehaltskonto wieder ausgeglichen sind", schlug Schröder vor.

Kritik am Vorstoß der Bundesfamilienministerin kam von den Grünen. "Netter Versuch, doch leider stimmt an Frau Schröders Vorschlag so gut wie nichts", sagte Pflegeexpertin Elisabeth Scharfenberg. Die Ministerin setze voraus, dass die Angehörigen die Pflege übernehmen. "Das geht völlig an den Realitäten vorbei", so Scharfenberg. Viele Angehörige könnten oder wollten diese höchst belastende Aufgabe nicht erfüllen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »