Ärzte Zeitung online, 01.04.2010

Kassen offen für Nachbesserungen bei Pflegenoten

BERLIN (dpa). Die Pflegekassen zeigen sich offen für Nachbesserungen beim in die Kritik geratenen Benotungssystem für Pflegeeinrichtungen. Dieses solle von einer unabhängigen Stelle "wissenschaftlich fundiert und ergebnisoffen" überprüft werden, geht aus einer Erklärung der Kranken- und Pflegekassenverbände vom Donnerstag in Berlin hervor.

Sie plädieren dafür, bestimmte Risikokriterien stärker als bisher in der Gesamtbewertung zu berücksichtigen. So sollen etwa "wichtige pflegerische Aspekte" wie die Vorbeugung gegen Wundliegen stärker in die Gesamtnote eingehen als etwa "ein gut lesbarer Speiseplan". Aus Gründen einer schnellen Vergleichbarkeit halten die Verbände aber an einer Gesamtnote zur Bewertung der rund 22 000 ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen fest.

Die Heime werden vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen - dem sogenannten Pflege-TÜV - nach festgelegten Kriterien geprüft. Das Ergebnis der Überprüfung wird nach Art von Schulzensuren in einer Gesamtnote zwischen "sehr gut" (1,0) bis "mangelhaft" (5,0) zusammengefasst.

Die Kritik entzündete sich daran, dass eine schlechte Note im Umgang mit Medikamenten zum Beispiel durch ein "Gut" für jahreszeitliche Feste ausgeglichen werden kann. Die insgesamt 82 Kriterien sind in vier Gruppen unterteilt: "Pflege und medizinische Versorgung", "Umgang mit Demenzkranken", "Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung" sowie "Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft, Hygiene".

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