Ärzte Zeitung online, 04.08.2010

Pflegekräfte schon in der Ausbildung gesundheitlich stark belastet

BREMEN (cben). Angehende Pflegefachkräfte sind schon in der Ausbildung gesundheitlich belastet. Das hat die Studie "Bundesweite Vollerhebung zu Gesundheitsförderung und Prävention an Pflegeschulen" am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen ergeben.

Pflegekräfte schon in der Ausbildung gesundheitlich stark belastet

Burn-out, Krankheiten, hohe Fluktuation - diese Probleme bei Pflegekräften sind schon lange bekannt.

© dpa

Die Studie liefert erstmals Ergebnisse zu den bisherigen Strategien der Ausbildungsstätten, um zukünftig Pflegende gesund zu erhalten und gibt Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand von Auszubildenden in Pflegeberufen. Bereits die Hälfte der Schülerinnen und Schüler (52,6 Prozent) leidet danach täglich bis wenigstens einmal wöchentlich an Kreuz- beziehungsweise Rückenschmerzen. 49 Prozent geben Nacken- oder Schulterschmerzen an. Unter Kopfschmerzen leiden 45,9 Prozent der angehenden Pflegekräfte mindestens einmal wöchentlich. Gut ein Drittel (36 Prozent) geben an, dass bei ihnen täglich bis mehrmals wöchentlich Schlafstörungen auftreten. Bei 26 Prozent kommt es zu Bauch- und Magenschmerzen, so die Studie. Insgesamt beurteilen ein Drittel der Auszubildenden ihren körperlichen Gesundheitszustand und ihr allgemeines Wohlbefinden als nur befriedigend bis mangelhaft.

Gestiegene Arbeitsbelastungen, Überforderung und Burn-out bei Pflegekräften waren schon lange bekannt. Ebenso die damit verbundenen krankheitsbedingten Fehlzeiten, die hohe Fluktuationsrate und das schlechte Image des Pflegeberufs, hieß es. Angesichts dieser Tendenzen und aufgrund der demografischen Entwicklung sei bald ein Mangel an professionellen Pflegekräften zu befürchten. Zudem steige das Durchschnittsalter der Pflegenden.

"Klar ist, dass aus den Ergebnissen deutliche Konsequenzen gezogen werden müssen", sagt Professor Stefan Görres vom IPP. "Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege besteht ein deutlicher Bedarf an gesundheitsförderlichen Konzepten gerade angesichts alternder Belegschaften." Politik und Akteure des Gesundheitswesens müssten Lösungen finden, wie die Arbeit der Pflegekräfte weniger belastend für deren Gesundheit organisiert werden könne.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Ein Erklärbuch für Kinder

Dagmar Eiken-Lüchau hat eine Tochter mit Autismus-Störung. Um anderen Kindern das Thema zu erklären, hat die Mutter ein Buch geschrieben. mehr »