Ärzte Zeitung online, 03.08.2010

Fachkräftemangel in der Pflege sollte zweigleisig begegnet werden

BERLIN (hom). Um den Fachkräftemangel in der Pflege zu begrenzen, haben sich die privaten Betreiber für eine Doppelstrategie ausgesprochen. "Wir brauchen beides - Qualifizierung und Zuwanderung", sagte Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) am Dienstag in Berlin.

Bereits heute herrsche in der professionellen Pflege in Deutschland ein großer Mangel an Fachkräften, so Meurer. Vielerorts könnten in Altenheimen und bei ambulanten Pflegediensten freie Stellen nicht mehr besetzt werden. "Der Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte ist bereits heute wie leergefegt. Wir haben hier Vollbeschäftigung", sagte der bpa-Chef. Der Verband vertritt die Interessen von rund 6500 ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen.

In der Politik geht unterdessen die Diskussion um die richtige Strategie gegen den sich abzeichnenden Fachkräftemangel weiter. Während die FDP dem Mangel durch Zuwanderung begegnen will, äußerten sich der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, sowie der CSU-Vorsitzende und Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zurückhaltend. Zunächst solle das im Land vorhandene Potenzial genutzt werden, betonten beide.

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