Ärzte Zeitung online, 07.12.2010

Arbeitslose sollen weiter Pflegemängel ausgleichen

BERLIN (dpa). Angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege setzt Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) weiter auch auf den Einsatz umgeschulter Arbeitsloser. Mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) habe er bereits darüber gesprochen, wie ein entsprechendes, auslaufendes Programm weitergeführt werden könne.

Noch im Januar solle es ein Treffen beider Minister sowie der Pflege-Arbeitgeber geben, um das Programm weiterzuführen und zu finanzieren, sagte Rösler nach einem Spitzentreffen am Dienstag in Berlin.

Änderungen bei der Ausbildung, mehr Aufstiegschancen und weniger Bürokratie sollen zudem helfen, dass sich mehr junge Leute für einen Pflegeberuf entscheiden.

Bei der Koalitionsrunde am Donnerstag wolle er sich zudem dafür einsetzen, dass auch Pflegekräfte leichter Zugang auf den deutschen Arbeitsmarkt bekommen. Mit den Pflegeverbandsvertretern sei er sich aber einig geworden, dass Zuwanderung allein das Problem nicht lösen könne.

In weiteren Dialogrunden bin ins nächste Jahr hinein wolle er sich auch um das Thema Angehörige von Pflegebedürftigen kümmern, um Entbürokratisierung, den Bereich Demenz, die Begutachtung von Bedürftigen, Wohnformen sowie zuletzt um die Frage der Finanzierung.

Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, sagte: "Wir sind an einem Meilenstein angekommen. (...) Das Problem ist anerkannt." Er erläuterte: "Uns fehlen heute schon 50 000 Pflegekräfte."

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