Ärzte Zeitung, 17.12.2010

Um das Thema Pflege machen viele einen weiten Bogen

2011 soll das Jahr der Pflege werden. Viele Bürger wissen bislang wenig über das Thema, wie eine aktuelle Umfrage belegt.

Um das Thema Pflege machen viele einen weiten Bogen

Das Thema Pflege wird bei vielen Menschen in Deutschland noch gemieden.

© McPhoto / imago

BERLIN (hom). Die Pflege beherrscht derzeit wie kaum ein anderes Thema die gesundheitspolitische Debatte -doch viele Bundesbürger wissen offenbar nur wenig über das Thema. Das legt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der privaten Allianz-Versicherung nahe. Demnach ist lediglich 23 Prozent der befragten Bundesbürger wirklich bewusst, dass der Staat - in diesem Fall die gesetzliche Pflegeversicherung - längst nicht alle Risiken abfedern kann und der Einzelne daher selber privat für den Fall von Pflegebedürftigkeit im Alter vorsorgen muss.

Damit ist der Mehrheit der Bundesbürger auch 15 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung nicht klar, dass diese nur einen Teil der anfallenden Pflegekosten abdeckt.

Überhaupt machen viele Bundesbürger um Pflege noch immer einen großen Bogen. 63 Prozent der Befragten sagen, sie hätten Angst, später einmal pflegebedürftig zu werden. Junge und ältere Befragte unterscheiden sich dabei kaum. Die Furcht vor Pflegebedürftigkeit ist dabei stärker ausgeprägt als andere Ängste. Sie rangiert noch vor der Angst, allein zu sein (32 Prozent) oder generell auf die Hilfe Anderer angewiesen zu sein.

Klare Vorstellungen haben viele Bundesbürger dagegen davon, wie sie in Zukunft einmal leben möchten, sollten sie auf Unterstützung Fremder angewiesen sein. Fast 70 Prozent der Befragten möchten in den eigenen vier Wänden gepflegt werden. Vor die Alternative zu Hause oder Heim gestellt, würde immerhin jeder vierte Bundesbürger ein Alten- oder Pflegeheim mit professioneller Rundumbetreuung vorziehen. Dabei hängt die Entscheidung nicht davon ab, ob eigene Kinder vorhanden sind.

Dass sich Pflege in Zukunft immer weniger in der Familie abspielen wird, ist vielen Deutschen bewusst. Die "Last" der Pflege jedenfalls sehen sie auf verschiedene Schultern verteilt: Professionell Pflegende (69 Prozent) und Partner (66 Prozent) kümmern sich ihrer Meinung nach zusammen mit den Kindern (58 Prozent) im Dreiklang um die pflegebedürftige Person.

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