Ärzte Zeitung online, 29.12.2010

Warnung vor Mangel an altengerechten Wohnungen in Deutschland

FRANKFURT/BERLIN (dpa). In Deutschland fehlen nach Ansicht von Experten hunderttausende Wohnungen, in denen alte Menschen leben und ambulant gepflegt werden können. Die Zahl der Pflegebedürftigen werde in den nächsten zehn Jahren um mehr als 500 000 auf 2,9 Millionen steigen, warnten am Mittwoch die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar- Umwelt (IG BAU) und der Deutsche Mieterbund (DMB).

Darauf sei der Wohnungsmarkt in keiner Weise vorbereitet. Gemeinsam mit weiteren Verbänden verlangen sie in einer Kampagne neue Impulse für den Wohnungsbau.

IG BAU-Chef Klaus Wiesehügel argumentierte mit den deutlich höheren Kosten einer stationären Pflege im Vergleich zur ambulanten Betreuung. Der Unterschied mache heute schon rund 1500 Euro im Monat aus. "Ohne eine seniorengerechte, barrierearme Wohnung werden auch diejenigen in eine Pflegeheim gehen müssen, die eigentlich gut zu Hause betreut werden könnten." Die Gefahr einer "grauen Wohnungsnot" sei eine der drängendsten sozialen Fragen der kommenden Jahre. Die zusätzlichen Kosten würden auch die Sozialversicherungen stark belasten.

Nach Berechnungen der Verbände müsste im Jahr 2020 von den zusätzlich 510 000 Pflegebedürftigen fast die Hälfte in Heimen untergebracht werden, wenn sich das Angebot seniorengerechter Wohnungen nicht ändere. "Die Weichen für ein gutes seniorengerechtes Wohnangebot müssen daher jetzt gestellt werden", erklärte Mieterbund- Direktor Lukas Siebenkotten.

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