Ärzte Zeitung, 03.10.2011

Kommentar

Klare Grenzen sind notwendig

Von Helmut Laschet

Im Streit um die Delegationsfähigkeit ärztlicher Leistungen ist die Position von KBV und Krankenhausgesellschaft beinhart: Keine Substitution ärztlicher Leistung durch Pflegekräfte!

Das ist doppelt berechtigt. Es darf keine Vermischung der Verantwortung für Diagnosen und Verordnungen zwischen verschiedenen Berufsgruppen geben, auch wenn sich die Pflege in Teilen akademisiert hat. Die Verantwortungs- und Haftungsteilung geht am Ende auf Kosten der Patienten.

Im übrigen entwickelt sich in der Pflege ein massives Ungleichgewicht: ein Überangebot an akademisierten Arbeitskräften, die nach einer qualifizierten Tätigkeit im Krankenhaus suchen und ein massiver Mangel an Pflegekräften, die die harte Arbeit in der Patientenversorgung übernehmen. Die Probleme lösen sich nicht damit, dass akademisierte Pfleger Doktor spielen dürfen. Sondern nur, indem Klinikmanager für adäquate Arbeitsbedingungen auch für Mitarbeiter in der Pflege Sorge tragen.

Lesen Sie dazu auch:
KBV-Chef Köhler fürchtet Blockade der spezialärztlichen Versorgung

Topics
Schlagworte
Pflege (4710)
Organisationen
KBV (6602)
Personen
Helmut Laschet (1317)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »