Ärzte Zeitung, 27.03.2012

SPD plant höhere Pflege-Beiträge

Das Wettrennen um das beste Konzept für die Pflege beginnt: Jetzt hat die SPD ihre Pläne offen gelegt. Im Gegensatz zur Regierung wollen die Sozialdemokraten die Pflege-Beiträge noch mehr erhöhen.

SPD pflegt anderes Konzept

Damit die Menschen im Alter fit bleiben, will die SPD in der Pflegepolitik einen Schwerpunkt auf Prävention legen.

© Monkey Business / fotolia.com

BERLIN (af). Die SPD setzt einen Kontrapunkt zur Pflegepolitik der Regierungskoalition.

Nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten soll der Beitragssatz zur Pflegeversicherung um 0,6 Prozentpunkte steigen.

Sollten die Sozialdemokraten im Jahr 2013 Regierungsverantwortung übernehmen, wollen sie den Beitragssatz zur Pflegeversicherung von heute 1,95 Prozent auf 2,55 Prozent anheben.

Mit den Mehreinnahmen von sechs Milliarden Euro im Jahr will die SPD den Ausbau der kommunalen Pflegeinfrastruktur und der aufsuchenden Pflegeberatung vorantreiben.

Schwerpunkte der SPD-Pflegepolitik sollen die Rehabilitation und die Prävention sein.

"Die Frage ist: Wie schaffen wir Strukturen, die es den Leuten ermöglichen, in der eigenen Umgebung gepflegt werden zu können", sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin Elke Ferner am Dienstag bei der Vorstellung eines Orientierungspapiers zur Reform der Pflegeversicherung der SPD-Bundestagsfraktion.

Pflegende Angehörige sollen gestärkt werden

Die Regierung berät am Mittwoch im Kabinett ihren Reformentwurf. Er sieht eine Beitragssteigerung von 0,1 Prozentpunkten ab 2013 vor.

Anders als die Regierung setzt die SPD ausschließlich auf das Umlageverfahren. Eine geförderte private Zusatzversicherung werde es mit der SPD nicht geben. Sollte Schwarz-Gelb sie einführen, werde die SPD sie umgehend abschaffen, sagte Pflegepolitikerin Hilde Mattheis.

Einen stärkeren Akzent als die Regierung setzt die SPD auf die Unterstützung von pflegenden Angehörigen. Sie sollen ein halbes Jahr lang Lohnersatzleistungen in Anspruch nehmen dürfen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Real- versus Symbolpolitik

[28.03.2012, 16:48:04]
Gerion Weidl 
@Dommaschk - Pflege-Krankenindustrie zur Bilanzierung
der Kommentar ist mir leider zu seicht und ist lückenhaft....

a.) generell werden die Pflegedienste bereits zur Bilanzierung herangezogen, sofern diese juristische Personen sind oder einen gewissen Jahresumsatz überschreiten.
b.) die Pflege-KrankenKassen (also profitorientierte Versicherungsunternehmen wie z.B. die Allianz) verwalten das Geld ihrer Versicherten, dass Sie bereits von den Versicherten und Arbeitgebern schon Jahrzehnte vorher über Sozialabgaben erhalten hatten. Es gibt natürlich auch Vergünstigte, die nicht vorher eingezahlt hatten.
c.) Interessant klingt aber der letzte Satz, dass die Pflegebranche (also alle darin befindlichen Kräfte und Unternehmer) zu wenig Geld verdienen. Das ist wohl korrekt!  zum Beitrag »
[27.03.2012, 18:45:28]
Heinz Dommaschk 
SPD plant höhere Pflege-Beiträge
Von allen Parteien und Politikern wird immer nur und ausschließlich an
Beitragserhöhungen gedacht. Wie wäre es wenn einmal die gesamte ambulante und stationäre "Pflegeindustrie" zur Bilanzierung ihrer Ausgaben und Einnahmen verpflichtet würde? Der Staat hätte das Recht zu einer derartigen Maßnahme da die öffentlich rechtlichen Kassen letztendlich die Leistungen bezahlen.Allein die Pflegesätze in den Stufen I, II u. III sind horrend angesichts der Tatsache das gebrechliche ,hilflose und demente Menschen nahezu ohne jede Ansprüche sind.Zudem ist das Pflegepersonal durch "Ausdünnung" und Unterbezahlung
permanent überlastet.  zum Beitrag »

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