Ärzte Zeitung, 02.11.2012

Dr. Windhorst

"Pflegeberufe und Ärzte nicht zu trennen"

Ein Plädoyer für die Anerkennung der Pflegeberufe hat Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, auf dem 10. Gesundheitspflege-Kongress in Hamburg gehalten.

"Pflegeberufe und Ärzte sind nicht zu trennen"

Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

© ÄKWL

HAMBURG (di). Das Verhältnis zwischen Ärzten und Pflegekräften ist in vielen Kliniken gut, auf Funktionärsebene aber oft angespannt.

"Pflegeberufe und Ärzte sind nicht zu trennen", sagte Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, auf dem 10. Gesundheitspflege-Kongress in Hamburg.

Er sprach sich für eine deutlichbessere Bezahlung des Pflegeberufs und für mehr Wertschätzung aus. Schon bei der Kongresseröffnung hatte Harm van Maanen, Executive Vice President von Springer Medizin, für mehr Wertschätzung für die Pflegeberufe geworben.

Bisher seien Bemühungen um eine bessere Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegekräften aber begrenzt erfolgreich, so Windhorst. "Es passiert noch nicht genug, wir treten auf der Stelle, zum Teil verhärtet sich das Verhältnis", sagte Windhorst.

Trotzdem blieben viele Diskussionsteilnehmer skeptisch, ob Ärzte tatsächlich zu Zugeständnissen an die Pflege bereit sind.

"Ärzte haben in Kliniken nicht mehr so viel zu sagen"

So würden Pflegeverantwortliche in vielen Kliniken aus Führungsebenen verdrängt, merkte Joachim Prölß, Pflegedirektor im Hamburger UKE, an.

Professor Uta Gaidys von Department Pflege und Management der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften vermisst eine Anerkennung von Pflegenden im Versorgungsalltag, obwohl diese den gesamten Lebenskontext des Patienten im Blick haben.

Die Zusammenarbeit sei im Interesse der Patienten unverzichtbar, so Windhorst. "Wir brauchen den Arbeitsfrieden."

Ärzte seien aber nicht dafür verantwortlich, wenn Pflegekräfte in Kliniken nicht die ihnen zustehende Wertschätzung erfahren. "Ärzte haben in den Krankenhäusern nicht mehr so viel zu sagen, wie viele glauben."

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