Ärzte Zeitung online, 19.11.2013

Pflege

Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit geplant

Wer sich um die Pflege von Angehörigen kümmert, dem wollen Union und SPD das Leben erleichtern.

BERLIN. Union und SPD planen eine Stärkung von Familien - auch durch bessere Möglichkeiten zur Pflege Angehöriger.

Die Unterhändler der Arbeitsgruppe Familie wollen deswegen einen Rechtsanspruch auf die Familienpflegezeit einführen. Dieser war in der vergangenen Legislatur am Widerstand der FDP und der Wirtschaft gescheitert.

Das Familienpflegezeit-Gesetz, 2012 eingeführt und bislang nicht oft genutzt, sieht für pflegende Angehörige eine zweijährige Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden vor.

Wird die Arbeitszeit etwa auf 50 Prozent reduziert, wird dennoch das Gehalt in Höhe von 75 Prozent weitergezahlt.

Nach zwei Jahren arbeitet der Arbeitnehmer wieder voll bei weiterhin reduziertem Gehalt - bis das Lohnkonto wieder ausgeglichen ist. Jeder Beschäftigte, der die Familienpflegezeit in Anspruch nimmt, muss eine Versicherung abschließen.

Außerdem soll eine zehntägige bezahlte Auszeit vom Beruf zur Organisation der Pflege Angehöriger künftig über die Pflegeversicherung mitfinanziert werden. So etwas gibt es bislang nur für Eltern, die ihr krankes Kind pflegen.

Von den rund 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden 67,2 Prozent ausschließlich durch Angehörige versorgt und 32,7 Prozent unter Zuhilfenahme von Pflegediensten. (dpa)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Lohnfortzahlung wäre ein echter Fortschritt

Topics
Schlagworte
Pflege (4518)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »