Ärzte Zeitung, 12.01.2015

Pflege

Gröhe verlangt faire Bezahlung für Pflegeberufe

BERLIN. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat eine angemessene Personalausstattung und faire Bezahlung in den Pflegeberufen gefordert.

Angesichts der Herausforderungen, die auf eine alternde Gesellschaft in diesem Bereich zukommen, gelte es, "für attraktivere Arbeitsbedingungen in der Pflege zu sorgen", sagte Gröhe der Deutschen Presse-Agentur.

Die Pflegeversicherung sei inzwischen "ein echter Jobmotor". Die Zahl der Beschäftigten im Pflegebereich habe sich mehr als verdoppelt. Gröhe fügte hinzu: "Im vergangenen Jahr hatten wir einen Ausbildungsrekord in der Pflege."

Die Pflegeversicherung war im Januar 1995 gestartet. Am kommenden Dienstag findet zu ihrem 20-jährigen Bestehen ein Festakt in Berlin statt. In der Altenpflege arbeiten heute etwa eine Million Menschen.

Gröhe nannte die Pflegeversicherung eine Erfolgsgeschichte. "Noch vor 20 Jahren waren zwei Drittel der Pflegebedürftigen in Pflegeheimen auf Sozialhilfe angewiesen." Heute kämen zwei Drittel ohne Sozialhilfe aus.

20 Jahre nach Beginn der Pflegeversicherung solle sie in dieser Legislaturperiode entscheidend weiterentwickelt werden. "Wir erhöhen die Leistungen der Pflegeversicherung um 20 Prozent und gestalten die Unterstützung individueller aus", erläuterte Gröhe.

Zum Jahresbeginn ist die erste Stufe der Pflegereform in Kraft getreten. 94 Prozent bewerten laut Gröhe das Pflegestärkungsgesetz "als richtigen Schritt in die richtige Richtung". 2,4 Milliarden Euro würden in Leistungsverbesserungen gesteckt.

Die Beitragserhöhung werde von mehr als zwei Dritteln der Bevölkerung akzeptiert. (dpa)

[13.01.2015, 17:02:29]
Astrid Poensgen-Heinrich 
Faire Bezahlung für Pflegeberufe
Faire Bezahlung für einen der wichtigsten Berufe überhaupt ist schon seit mehr als 50 Jahren überfällig. Es kann doch nicht angehen, dass die Hilfe am Menschen niedriger bezahlt wird als die Hilfe am Auto... Wobei die erstgenannte Hilfe weitaus fordernder und anstrengender ist.
Was mir jedoch auch wichtig ist: die Achtung vor diesem Beruf. WNur wer einmal in die mißliche Lage kommt, auf Pflegepersonal angewiesen zu sein weiß, was diesen Beruf ausmacht. Ich bin gerne dazu bereit, einen höheren Beitrag für die Pflegeversichung zu tragen, wenn er denn auch dorthin kommt, wo es sinnvoll ist. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »