Ärzte Zeitung, 02.02.2016

Berlin

Kasse testet Wohnkonzept für Senioren

Wie muss eine Wohnung aussehen, damit ältere Menschen dort möglichst lange wohnen können? Das will die AOK Nordost in einem Modellvorhaben herausfinden.

BERLIN. Lange selbstbestimmt und selbstständig zu Hause leben, und das bei Pflegebedürftigkeit: Das wünschen sich viele Menschen. Die AOK Nordost und das Berliner Wohnungsbauunternehmen Gesobau wollen nun nicht nur ein "praxistaugliches, zukunftsweisendes" Wohnkonzept entwickeln, sondern dieses auch realisieren - und zwar im Märkischen Viertel, einem Stadtteil im Norden Berlins mit 36.000 Einwohnern.

Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde jetzt unterzeichnet vom Geschäftsführer "Pflege" der AOK Nordost, Hans-Joachim Fritzen, und dem Vorstandsvorsitzenden der Gesobau, Jörg Franzen.

Gemeinsam wolle man herausfinden, ob und wie moderne Technik dazu beitragen kann, Mobilität und kognitive Fähigkeiten zu erhalten, heißt es in einer Mitteilung. Über das Modellprojekt sollen in den nächsten Jahren bis zu 30 modernisierte Wohnungen, angepasst an die Bedürfnisse der vor allem AOK-versicherten Bewohner, mit technischer Infrastruktur und sogenannten assistiven Produkten ausgestattet werden.

Während deren Erprobung wird auch untersucht, welche Anforderungen an Technik und Qualität gestellt werden und welche sozialen Angebote, Zugangs- und Innovationsbarrieren berücksichtigt werden müssen. Die Koordination der Tätigkeiten von Servicestellen oder Pflegediensten im Zusammenspiel mit Ärzten, Angehörigen und anderen Bezugspersonen werden ebenfalls in die Untersuchungen eines Kompetenzteams einbezogen.

Langfristig ist geplant, in Zusammenarbeit mit der AOK Nordost, dem Technischen Weiterbildungszentrum Wildau und Partnern aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft im Märkischen Viertel ein Geschäftsmodell zu entwickeln, mit dem sich technikbasierte individuelle Wohnungslösungen und altersgerechte Quartierskonzepte im Gesobau-Bestand umsetzen lassen.

Das Projekt Pflege@Quartier wird vom GKV-Spitzenverband im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen nach Paragraf 45 f SGB XI gefördert. Es wurde 2014 deutschlandweit unter 230 Projektanträgen zur Umsetzung ausgewählt. (juk)

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