Ärzte Zeitung, 11.02.2016

Kommentar zu Brandenburger Pilotprojekt

Fatalismus oder Strategie?

Von Angela Misslbeck

Mit einer Politik der kleinen Schritte geht die Landesregierung von Brandenburg mit dem sich verschärfenden Pflegekräftemangel im Land um. Nachdem im Herbst die Aufbauarbeiten für die Fachstellen Pflege im Quartier gestartet sind, hat das Sozialministerium im Januar den Startschuss zur Ausweitung eines Modellprojektes über effiziente Personaleinsatzplanung in der stationären Pflege gegeben.

Die beiden bisherigen Maßnahmen im Rahmen der sogenannten "Pflegeoffensive" tragen eine gemeinsame Handschrift: Sie gehen nicht gegen den Pflegekräftemangel vor - etwa durch Nachwuchsförderung - , sondern suchen Wege damit umzugehen. Ob dahinter Strategie oder Fatalismus steckt, ist nicht so leicht zu entscheiden.

Ein Blick auf die Zahlen legt jedoch nahe, dass Brandenburg das Problem tatsächlich nicht lösen, sondern bestenfalls händeln kann. So hat die Regierungskoalition errechnet, dass der Bedarf an Pflegekräften im Land von rund 29.000 im Jahr 2011 bis 2030 auf mehr als 54.000 steigen wird, während gleichzeitig die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um fast 30 Prozent zurückgeht. Mit Blick auf dieses Dilemma mag es angebracht erscheinen, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und mit Ressourcen sparsam umzugehen.

Ausreichen wird das jedoch noch nicht.

Lesen Sie dazu auch:
Mangel an Pflegekräften: Brandenburg testet neue Konzepte

Topics
Schlagworte
Pflege (4692)
Brandenburg (484)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Dicke Raucher riskieren ihre Haarpracht

Doppelt ungünstig: Adipöse Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Alopezie. Ein solcher Zusammenhang wird aufgrund der Resultate einer italienischen Studie vermutet. mehr »

Mein Ausweg aus dem Hamsterrad

Jana Draffehn ist Ärztin in Weiterbildung und will eine Hausarztpraxis im thüringischen Hermsdorf übernehmen. Warum das Leben als Landärztin ist für sie ein Traumjob mit vielen Vorteilen ist. mehr »

Warum die Therapie manchmal nicht klappt

Spricht ein Patient mit Erektiler Dysfunktion (ED) schlecht auf eine Therapie mit PDE-5-Hemmer an, kann es an der Dosis liegen – oder am Mann. Unser Sommerakademie-Spezial. mehr »