Ärzte Zeitung, 05.07.2016

Berlin

1000 neue Pflegekräfte gesucht

Die Berliner Pflegeheime warten auf die Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes II. Bis zu 1000 neue Pflegekräfte könnten dann eingestellt werden - in vielen Heimen würde das die personelle Situation merklich entspannen. Doch es gibt einen Haken.

Von Angela Misslbeck

BERLIN. Fast 1000 neue Pflegekräfte können die Pflegeheime in Berlin zum Jahreswechsel einstellen, wenn das Pflegestärkungsgesetz II umgesetzt wird. Die entsprechenden Personalrichtwerte haben die regionalen Pflegekassen mit dem Sozialhilfeträger, den Verbänden der Leistungserbringer der LIGA der freien Wohlfahrtspflege und den privaten Berufsverbänden vereinbart.

Ausgehend vom Ist-Stand rechnet der federführende Ersatzkassenverband vdek mit rund 975 zusätzlichen Stellen in Berlin, von denen 52 Prozent Fachkräfte sein werden. Er weist zudem darauf hin, dass mit der Umsetzung der neuen Personalrichtwerte die Vergütung von Pflegeleistungen in vollstationären Pflegeeinrichtungen ab 2017 spürbar steigen werde.

"Für die Bewohner vollstationärer Pflegeeinrichtungen bedeutet das mehr Qualität, mehr Pflegezeit und damit eine Verbesserung ihres Alltags", so vdek-Regionalchef Michael Domrös.

"Verbesserung wird spürbar"

Der bpa Berlin geht davon aus, dass die privaten Berliner Pflegeheime zum Jahreswechsel fast neun Prozent mehr Pflegekräfte einstellen können, als sie jetzt beschäftigen. Die fast 350 im bpa zusammengeschlossenen Berliner Heime können sich nun auf die neuen Personalschlüssel vorbereiten.

Auf ein Heim mit 100 Bewohnern kommen demnach drei neue Pflegekräfte in Vollzeit. "Damit wird die von der Bundesregierung beabsichtigte verbesserte Personalausstattung tatsächlich spürbar", so der bpa-Landesvorsitzende Dietrich Lange.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel äußerte der Berliner bpa-Chef jedoch Sorge, ob die Heime die neuen Stellen besetzen können. Von der Berliner Landesregierung forderte er in diesem Zusammenhang, dass sie die von der Bundesregierung geplante generalistische Pflegeausbildung im Bundesrat ablehnen soll.

"Wer mehr Menschen in der Pflege will, muss dafür sorgen, dass dieses Vorhaben schnell vom Tisch kommt", so Lange.

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