Ärzte Zeitung, 24.01.2012

Regierung baut Agentur für Bewegung

Die von der Koalition angekündigte Präventionsstrategie wird konkreter: Etliche Ideen liegen bereits auf dem Tisch. Doch die Politiker streiten darüber, wie viel Geld das alles kosten darf.

Von Anno Fricke

Regierung baut an einer "Agentur für Prävention"

Wasser treten hält fit. Bewegung soll zu einem zentralen Element der Präventionsstrategie der Regierung werden.

© Klaus Rose

BERLIN. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird in die Präventionsstrategie der Regierung eingebunden. Das hat die parlamentarische Staatsekretärin im Gesundheitsministerium, Ulrike Flach (FDP), angekündigt.

Ein weiterer Baustein der Strategie werde die betriebliche Prävention sein, sagte Flach am Dienstag in Berlin. Ein Präventionsgesetz soll es dagegen nicht geben, sagte Flach.

Dazu, mit welchen Mitteln die Präventionsstrategie der Regierung ausgestattet sein wird, traf die ehemalige Haushaltspolitikerin Ulrike Flach keine Aussagen. Die Strategie sei in Arbeit, die Finanzierung sei noch nicht abschließend beraten.

Die Direktorin der Bundeszentrale, Professor Elisabeth Pott, sagte, sie gehe davon aus, dass der Etat ihrer Behörde aufgestockt werde, wenn sie zusätzliche Arbeit übernehmen solle.

Bewegung zentrales Element

Die Zentrale habe bereits eine Rahmenvereinbarung mit dem Verband der Volkshochschulen geschlossen, um Angebote zur Gesundheitsbildung zu schaffen, deutete Pott an, wie die Behörde die ihr zugedachte Rolle interpretieren wolle.

Auf gutem Wege seien Gespräche mit Sportvereinen, die in die Präventionsstrategie eingebunden werden könnten. "Bewegung ist ein zentrales Element von Prävention", sagte Pott.

Flach und Pott sprachen anlässlich der ersten Bundeskonferenz "Gesund und aktiv älter werden" am Dienstag in Berlin.

Die wiederum ist ein Beitrag Deutschlands zum "Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen", das die Europäische Kommission für 2012 augerufen hat.

Ideen für Senioren gefordert

Derzeit seien in Deutschland 21 Millionen Menschen 60 Jahre und älter. 2050 könnten es 27 Millionen sein. Schon heute müssten die Ideen entwickelt werden, wie Senioren von Gesundheitsförderung und Prävention erreicht werden könnten.

Ein Schwerpunkt sei dabei, die Kommunen auf den demografischen Wandel einzustellen, sagte Pott. Ältere Menschen würden nur dort leben wollen, wo Ärzte und Pflegeleistungen erreichbar blieben.

Eine große Herausforderung stellten zudem Demenzen und Depressionen dar, die mit zunehmendem Alter gehäuft aufträten. Eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Demenzen spiele die Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

Ein festes Renteneintrittsalter zu definieren, sei "Unsinn und Diskriminierung", sagte Pott. "Die Menschen müssten so lange wie möglich im Arbeitsprozess bleiben", ergänzte Ulrike Flach.

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