Montag, 20. Mai 2013
Ärzte Zeitung online, 29.07.2012

Trotz Sommerpause

Krebsregister im Kabinett

Vollgas bei der Prävention: Das neue Gesetz für die Einführung von Krebsregistern soll noch im Sommer vom Kabinett abgesegnet werden. Kritik gibt es trotzdem.

Krebsregister im Kabinett

Mamma-MRT: Daten von Krebserkrankungen sollen nach dem Willen der Regierung bald flächendeckend in Registern erfasst werden.

© Jan-Peter Kasper / dpa

BERLIN (dpa/nös). Jetzt geht es schnell: Die Bundesregierung will das sogenannte Krebsplan-Umsetzungsgesetz noch in der Sommerpause auf den Weg bringen. Damit soll unter anderem die Krebsvorsorge ausgebaut und der Aufbau von Krebsregistern verpflichtend werden.

"Das Bundeskabinett wird den Entwurf am 22. August beschließen", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) der "Bild am Sonntag".

Er bestätigte damit einen ähnlich lautenden Bericht der "Ärzte Zeitung" vom 3. Juli.

Mit Blick auf die Krebsregister sagte Bahr: "Dann können aus diesen Daten neue Erkenntnisse zur Krebs-Bekämpfung genutzt und das Leben der Patienten verbessert werden."

Die ebenfalls geplanten Einladungen der Krankenkassen zu Vorsorgeuntersuchungen für Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs sollen laut Bahr "frühestens ab dem Jahr 2016" erfolgen.

Der Referentenentwurf aus Bahrs Ressort sieht dazu vor, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) "innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes" entsprechende Richtlinien erarbeiten soll.

Kritik von den Krankenkassen

Für die Bundesländer sieht das Gesetz eine Pflicht zum Aufbau klinischer Krebsregister vor. Diese müssen sich an einem einheitlichen bundesweiten "Tumordatensatz" orientieren, damit die erhobenen Daten etwa gebündelt durch den GBA ausgewertet werden können.

Finanziert werden sollen die Register von den Krankenkassen, indem sie für jede neue Krebsdiagnose pauschal 94 Euro an das jeweilige Register abführen.

Kritik an dem jetzigen Gesetzentwurf kam bereits von den Krankenkassen. Der Vorstand des AOK-Bundesverbands, Uwe Deh, warnte jüngst davor, dass "dadurch für die Krebspatienten nichts besser" werde.

Er bemängelt vor allem, dass kein einziges nationales Krebsregister geschaffen werden soll. Experten hatten dies in der Vergangenheit wiederholt gefordert.

Deh: "Der bestehende Flickenteppich von 46 Registern muss abgelöst werden durch eine Stelle, die für aussagefähige, übergreifende, transparente Daten sorgt."

| Share
[31.07.2012, 08:11:35]
Denis Nößler 
MRT
Herr Dr. Blumenroth hat Recht - wir haben den Fehler korrigiert und bitten, den Faux-pas zu entschuldigen.

Herzlichst,
die Redaktion zum Beitrag »
[31.07.2012, 00:01:23]
Dr. Claus Blumenroth 
MRT ist keine Mammographie
Unter den MRT-Bildern steht:Mammografie:Daten von....
Dabei handelt es sich aber um MRT- Bilder.
Es wäre wünschenswert, wenn bei mammographisch gesicherten Mammakarzinomen eine MRT-Untersuchung, zum Ausschluss weiterer Herde,
von den Krankenkassen im Sinne und zum Wohle der betroffenen Frauen
finanziert würde. Nur so ist eine umfassende Diagnostik praeoperativ
möglich. (Das schreibt ein Gynäkologe!!) zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Transplantation: BÄK-Richtlinien sollen unter die Lupe

Das Transplantationsgesetz im Umbruch: Innerhalb von einem Jahr könnte es zum vierten Mal geändert werden - jetzt wegen der BÄK-Richtlinien. Auch eine neue Strafvorschrift ist möglich. mehr »

Einbußen errechnet: So teuer kommt Ärzte die Bürgerversicherung

Kommt der einheitliche Krankenversicherungs­markt nach der Bundestagswahl, geht es Ärzten an den Geldsäckel. Wie stark, hat jetzt der PVS-Verband errechnet. Für bestimmte Fachgruppen sind Einbußen von bis zu 40 Prozent des Praxishonorars zu erwarten. mehr »

Vorsicht bei Mett: Geflügel nicht mehr größtes Salmonellenrisiko

Wer Eier oder Hähnchen isst, ist besonders gefährdet für Salmonellen, hieß es noch vor Jahren. Mittlerweile sind andere Lebensmittel riskant. mehr »