Ärzte Zeitung, 03.09.2012

HIV und Aids

Die Furcht lässt nach

25 Jahre nach dem erstmaligen Start ihrer Aids-Präventionskampagne zieht die BZgA eine positive Bilanz.

Die Furcht lässt nach

Die "Mach's mit"-Kampagne erregte 1993/94 großes Aufsehen.

© BZgA

KÖLN (iss). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zieht 25 Jahre nach dem Start eine positive Zwischenbilanz ihrer Aids-Präventionskampagne.

"Deutschland schützt sich vor HIV! Das ist das entscheidende Ergebnis der 1987 gestarteten Präventionskampagne 'Gib Aids keine Chance‘", sagt BZgADirektorin Professor Elisabeth Pott.

Die Entscheidung, Mitte der 80er Jahre auf Prävention und ihre Umsetzung in einer Strategie des gesellschaftlichen Lernens zu setzen, habe zu Verhaltensänderungen in den Zielgruppen geführt.

"Safer Sex zum Schutz vor HIV ist deshalb schon lange kein Tabuthema mehr", sagt Pott.

Die BZgA hat gerade den Kurzbericht zur Erhebung "Aids im öffentlichen Bewusstsein der Bundesrepublik Deutschland 2011" veröffentlicht.

Unter diesem Motto erfolgt seit 1987 jedes Jahr eine Repräsentativbefragung der über 16-Jährigen. In die diesjährige Erhebung waren 7001 Personen einbezogen.

Der Schwerpunkt lag auf der Gruppe der 16- bis 44-Jährigen mit 6010 Teilnehmern. Die Auswertung zeigt, dass die Bereitschaft zur Kondomnutzung bei den allein lebenden 16- bis 44-Jährigen seit 1988 abgesehen von kleinen Dellen regelmäßig gestiegen ist.

Weniger Kondom-Verweigerer

2011 hatten 80 Prozent angegeben, sie immer, häufig oder gelegentlich zu verwenden, bei 63 Prozent war es immer oder häufig der Fall.

Zum Vergleich: 1988 betrugen die Quoten 58 Prozent und 31 Prozent. Die Zahl der Kondom-Verweigerer sank von 41 Prozent auf 18 Prozent.

Höher ist auch die Nutzung der Gummis bei Personen, die mehrere Sexualpartner haben. Von ihnen gaben 49 Prozent an, immer ein Kondom zu benutzen, bei 68 Prozent war das immer oder häufig der Fall.

Die Zahlen von 1988: Zwölf Prozent und 23 Prozent. Bei den nicht monogam Lebenden ging die Zahl der Kondom-Abstinenzler deutlich von 46 Prozent auf 15 Prozent zurück.

Die BZgA will in den kommenden Jahren in der Kampagne "Gib Aids keine Chance" verstärkt das Thema der sexuell übertragbaren Infektionen aufgreifen.

Die aktuelle Befragung zeigt, dass es hier tatsächlich noch Nachholbedarf gibt. Gefragt, welche sexuell übertragbaren Infektionen sie außer HIV/Aids kennen, nannten 48 Prozent Syphilis und 47 Prozent Gonorrhöe.

Wesentlich unbekannter sind Hepatitis (13 Prozent), Candidosen (11 Prozent), Herpes (9 Prozent), Chlamydien (5 Prozent), Kondylome (3 Prozent) und Trichomoniasis (1 Prozent).

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