Ärzte Zeitung, 15.01.2013

Präventions-Strategie

200 Millionen Euro für die Vorsorge

BERLIN. Die schwarz-gelbe Koalition will den Volkskrankheiten wie Herzinfarkten, Schlaganfällen, Diabetes und Depression den Kampf ansagen. Etwa 200 Millionen Euro sollen künftig zusätzlich in die Prävention fließen.

Dafür sollen die Kassen ihre Ausgaben für Prävention von derzeit 2,86 Euro auf sechs Euro pro Versicherten erhöhen. Das geht aus dem Referentenentwurf zur geplanten Nationalen Präventionsstrategie hervor, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Bereits im Dezember hatte sich die Koalition auf Eckpunkte geeinigt. Weitere gesetzliche Regelungen sollen in diesem Jahr folgen.

Ein Kernstück der geplanten Präventionsstrategie: Ärzte sollen ihren Patienten verstärkt auch Gesundheitsförderung anbieten. Auf Basis der Empfehlung der Ärzte können die Patienten dann entsprechende Präventionskurse besuchen.

Auch die Vorsorge in den Betrieben soll verstärkt werden. Hier soll es künftig auch möglich sein - vorausgesetzt Betriebsrat, Unternehmensführung und Kassen einigen sich auf Präventionsprogramme -, dass Kassen niedrigere Gruppentarife anbieten.

Die Opposition kritisierte die Pläne der Koalition: "Den notwendigen Paradigmenwechsel bei der Prävention wird es nicht geben", sagte Grünen-Politikerin Maria Klein-Schmeink.

Auch dann nicht, wenn 200 Millionen Euro zusätzlich investiert würden. Wo Prävention am dringendsten gebraucht werde, werde nicht genug ankommen. Es fehle eine Strategie für sozial Benachteiligte. (sun)

[15.01.2013, 15:04:58]
Dr. Eberhard Wochele 
Prävention das Vehikel für Werbung und Profilierungssucht
So lange die Prävention nicht in der Schule stattfindet, wird sich der noch so gut gemeinte Präventionsgedanke nicht vorteilhaft entwickeln.
Warum findet die Prävention in der Schule mit qualifizierten Kräften nicht statt ( ich meine hier unter Leitung und Aufsicht von Ernährungsmedizinern ) ? Weil in diesem Segment kein Benefit für irgend ein Unternehmen sichtbar ist. Das Kind ist in der Obhut der Eltern und diesen haben sich schon für eine Versicherung festgelegt. Die Kinder sollen ja unvernünftig essen, das kurbelt die Wirtschaft an: Säfte, Obst das kleine Schnitzel zwischen durch etc.) Warum sollte man da sich mühen?
Die Politik übernimmt dafür keine Verantwortung, das läßt die Klientel nicht zu. Dann lieber Millionen für Werbung ausgeben, die so tut als ob.
Eindruck macht das nur bei der Wählerschaft. Bei mir lange nicht mehr.
Ich bin frustiert und traurig über so viel Täuschung.
Man versteht langsam die wachsende Mehrheit der Nichtwählerschaft.
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