Ärzte Zeitung, 31.01.2013

Leitartikel zur Prävention

Große Hürden in kleinen Betrieben

Stress, Fachkräftemangel und älter werdende Arbeitnehmer: Auch kleine und mittlere Unternehmen müssen sich verstärkt um ihre Mitarbeiter kümmern. Doch bei der Umsetzung scheitert der Wunsch oft an der Wirklichkeit.

Von Angela Misslbeck

betrieb-A.jpg

Arbeit an der Drehbank: In kleineren Betrieben gibt es oft kein Gesundheitsmanagement.

© Brakemeier/dpa

Betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt an Bedeutung. Darüber sind sich alle einig. Der wachsende Fachkräftemangel in fast allen Branchen und das steigende Durchschnittsalter deutscher Arbeitnehmer lassen kaum eine andere Wahl.

Eine immens wichtige Rolle spielen dabei kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Auch das ist Konsens. Denn sie beschäftigen - zumindest in den Flächenregionen - die meisten Angestellten.

Im Rahmen ihrer Präventionsstrategie hat sich nun auch die Bundesregierung die Gesundheitsförderung in kleinen und mittleren Unternehmen als besonderes Anliegen auf die Fahne geschrieben.

Doch wie lassen sich die politischen Parolen sich in der Praxis umsetzen? Dass das alles andere als einfach ist, zeigt sich derzeit in Brandenburg. Dort hat das Landesarbeitsministerium Ende 2011 die Initiative "Gesund arbeiten in Brandenburg - Betriebliche Gesundheitspolitik stärken" gestartet.

Vier ausgewählte Projektträger erproben für drei Jahre modellhaft mit unterschiedlichen Konzepten Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung in Brandenburger Kleinbetrieben ...

Jetzt weiterlesen in der ÄrzteZeitung-App ...e.Med 30 Tage kostenlos testen ...

Topics
Schlagworte
Prävention (2386)
[04.02.2013, 11:19:42]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift Dr. Mathias Bieberbach
Danke für den Artikel, zumindest bemerkt mal einer das Poblem, auch wenn er letztlich nicht richtig weiter hilft.
Ich betreue als Betriebsarzt eine grosse Zahl von KMU, sagen wir mehr als 20, mit teilweise nur wenig mehr als zehn Beschäftigten.
Wir haben nie Probleme in Grossbetrieben mit möglichst eigener BKK, denn da ziehen alle an einem Strang. In einem solchen Unternehmen, für das ich 16 Jahre gearbeitet habe, haben wir schon in den 90er Jahren betriebliche Gesundheitsförderung gemacht und mit Erfolg.
Wo ist aber die Verbindung zwischen verschiedenen gesetzlichen Kassen und einem KMU? Die Kassen müssen Ausgaben für Gesundheitsförderung vorsehen, aber wie komme ich in einem Betrieb mit zehn Mitarbeitern in neun verschiedenen Kassen an Beträge? Unmöglich! Es muss also etwas dazwischen geschaltet werden, damit ein Betrieb einen Ansprechpartner hat, um sachlich Hilfe und materiell Unterstützung zu bekommen. Eine Stelle, in die die gesetzlichen Kassen ihre Beträge einzahlen und die diese dann Kassen-unabhängig weitergibt. Und die Vertrauensperson, die Sie suchen gibt es bereits: Den Betriebsarzt!
Merke: Je kleiner der Betrieb, desto besser können sie rechnen! ...

Dr. Mathias Bieberbach
Praxisteam vom Klingerplatz
Dres. Bieberbach & Kollegen
Hannover zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »