Ärzte Zeitung App, 19.08.2014

Frühe Hilfen

Förderung bis Ende 2015

Rund 76 Millionen Euro will der Bund in den Ausbau von Frühen Hilfen investieren.

KÖLN. Die zweite Förderphase der Bundesinitiative Frühe Hilfen hat begonnen. Bis zum 31. Dezember 2015 wird der Bund 76,5 Millionen Euro zur Unterstützung von Familien zur Verfügung stellen. Die Bundesinitiative habe in der ersten Förderphase tragfähige Strukturen geschaffen, sagt Bundesjugendministerin Manuela Schwesig (SPD).

Dies zeigen auch die Ergebnisse der Begleitforschung: In fast allen Jugendamtsbezirken wurden die strukturellen Voraussetzungen für einen bundesweiten flächendeckenden Ausbau von Netzwerken geschaffen.

In 92,5 Prozent aller Regionen in Deutschland ist bereits eine Netzwerkstruktur für Frühe Hilfen oder Kinderschutz installiert worden. Zudem wurden für diese Netzwerke nahezu flächendeckend Koordinierungsstellen eingerichtet.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen aber auch: Zentrale Partner aus dem Gesundheitswesen wie Kinderärzte, niedergelassene Hebammen, Geburtskliniken und Kinderkliniken sind seltener in den lokalen Netzwerken vertreten.

Dies liegt daran, dass es bislang nicht gelungen ist, Kinder- und Jugendärzte mit passgenauen Angeboten in die lokalen Netzwerke einzubinden oder in die Runden Tische zu integrieren. An diesen Aufgaben will das Ministerium nun bis Ende 2015 stärker als bisher arbeiten.

Der Einsatz scheint sich auch finanziell auszuzahlen, ist Dr. Heidrun Thaiss vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Familie Schleswig-Holsteins überzeugt. Schon heute könne man davon ausgehen, dass Frühe Hilfen langfristig die Kosten für die Betreuung von sozial schlecht angepassten Personen deutlich reduzieren.

Vor allem wenn dadurch Jugendhilfemaßnahmen reduziert und Heimunterbringungen verhindert werden können. So kann laut Thaiss die Investition von einem Euro in Frühe Hilfen langfristig das zehn- bis 30-fache an Kosten der öffentlichen Hand einsparen. (ras)

Weitere Informationen unter www.fruehehilfen.de

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