Ärzte Zeitung online, 23.10.2014

Körperliche Aktivität

BZgA startet Kampagne für Senioren

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung will Über-65-Jährige mit einer neuen Kampagne dazu motivieren, körperlich aktiv zu bleiben.

BERLIN. Die über 65-Jährigen sollen fitter werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) startet dazu die Kampagne "Älter werden in Balance". Zentrales Instrument ist die Website www.aelter-werden-in-balance.de, die praktische Tipps sowie einen Film zum Programm bietet.

Zum Auftakt gehört auch der Fotowettbewerb "Bewegte Momente". Gesucht werden Fotos von aktiven Menschen, die 60 Jahre und älter sind.Aktuelle Statistiken wie etwa der Alterssurvey belegen, dass 32 Prozent der 55- bis 69-Jährigen sowie 20 Prozent der 70- bis 85-Jährigen bereits jetzt mehrmals pro Woche Sport treiben.

Dennoch bleibt die große Mehrheit der Altersgruppen unter dem von der WHO empfohlenen Mindestmaß von 2,5 Stunden Sport oder Bewegung pro Woche.

"Bewegungsaktivitäten haben auch im fortgeschrittenen Alter einen hohen gesundheitlichen Nutzen", sagte BZgA-Direktorin, Professor Elisabeth Pott, in Berlin.

Nicht gleich "Leistungssport" für Untrainierte

Körperliche Aktivität mindere insbesondere das Risiko an einer koronaren Herzkrankheit, an Bluthochdruck, Schlaganfall oder Diabetes Typ 2 zu leiden. Untrainierte Menschen sollten, so Pott, nicht gleich "Leistungssport" anstreben,sondern vielmehr zunächst alle Chancen auf Bewegung im Alltag nutzen.

Finanzert wird die rund fünf Millionen Euro teure Kampagne vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Kölln und Professor Andreas Kruse, Gerontologe an Universität Heidelberg, engagieren sich als "Botschafter" des Programms und unterstützen es aus fachlicher Sicht.

Froböse betonte, dass Muskeln Reize brauchen und Bewegung wiederum das Nervenzellen aktiviert: "Es geht darum, in allen Lebenslagen aktiv zu sein und seine Muskeln auch im hohen Alter zu trainieren."

Professor Kruse lobte, dass das Programm das Älterwerden als lebenlangen Prozess begreift: "Gesundheitsförderung ist in allen Lebensphasen bedeutsam. Immer wieder ist der Mensch gefordert, seine körperliche sowie seelisch-geistige Prozesse zu balancieren und zu gestalten." (wer)

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