Ärzte Zeitung online, 05.11.2008

Schweizer Sterbehilfe-Patienten sind häufig nicht tödlich krank

ZÜRICH (dpa). In der Schweiz nehmen immer mehr Menschen, die eigentlich nicht tödlich krank sind, die umstrittene Sterbehilfe in Anspruch. Dies ergab eine am Dienstag veröffentlichte Studie von Zürcher Universitätswissenschaftlern.

So litten zwischen 1990 und 2000 rund 22 Prozent der Menschen, die sich in Zürich von der Sterbehilfeorganisation Exit Deutsche Schweiz in den Tod begleiten ließen, nicht an einer tödlichen Krankheit. Dieser Anteil stieg von 2001 bis 2004 auf 33 Prozent.

Bei der umstrittenen Organisation Dignitas betrug der Anteil nicht tödlich Kranker im selben Zeitraum 21 Prozent. Vergleichszahlen aus den 90er Jahren lagen nicht vor. Bei den nicht tödlich Kranken handle es sich meist um alte Menschen mit rheumatischen Beschwerden oder Schmerzsyndromen, sagte die Soziologin Susanne Fischer. Lebensmüdigkeit und ein allgemein schlechter Gesundheitszustand nähmen bei älteren Menschen als Motiv zu, sterben zu wollen.

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Organisationen Exit und Dignitas. Das Durchschnittsalter der Dignitas-Patienten war mit 65 Jahren deutlich tiefer als bei Exit (77 Jahre). Die Forscher erklären dies damit, dass Dignitas vor allem ausländische Patienten in den Tod begleitet (91 Prozent), während Exit dies kaum tut (2001 bis 2004: 3 Prozent).

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