Ärzte Zeitung, 15.05.2009

AOK und IKK für Kooperation bei Palliativversorgung

Kassenwettbewerb passt nicht zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung / Aufruf an Wettbewerber

POTSDAM/TELTOW (ami). Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist nicht für einen Vertragswettbewerb unter Krankenkassen geeignet. Diese Auffassung vertreten AOK Brandenburg und IKK Berlin-Brandenburg.

Die neuen Angebote seien "ein überaus wichtiger Baustein in der Versorgung schwerkranker Menschen", so die AOK Brandenburg. Sie laden deshalb alle anderen Krankenkassen ein, sich den Verträgen anzuschließen, die sie zur SAPV schließen.

Gemeinsam haben die beiden Kassen inzwischen drei SAPV-Verträge mit Trägern in Neuruppin, Brandenburg an der Havel und Bad Saarow geschlossen. Für die vier Regionen Teltow-Fläming und Dahme, die Stadt Potsdam und den Landkreis Potsdam-Mittelmark stehen die Vertragsverhandlungen laut AOK kurz vor dem Abschluss. Weitere Gespräche werden mit Partnern aus Frankfurt/Oder, Cottbus und dem Landkreis Oder-Spree geführt.

Insgesamt sind nach Angaben von AOK-Sprecher Jörg Trinogga in Brandenburg zwölf Versorgungsregionen vorgesehen. Die entsprechenden Vertragsstrukturen will die Kasse bis spätestens 2010 aufgebaut haben. Schon bisher ist das Land Brandenburg nach AOK-Angaben mit seinen Vertragsstrukturen bundesweit führend in der Umsetzung des gesetzlichen Versorgungsangebotes.

Diese multiprofessionelle Palliativversorgung durch spezialisierte Betreuungsteams wurde mit der Gesundheitsreform im Jahr 2007 eingeführt. "Gemessen daran, dass jeder gesetzlich Krankenversicherte seit März 2007 einen Anspruch auf diese Leistung hat, geht ihr Aufbau nur langsam voran", so Trinogga. Das sei vorrangig der Tatsache geschuldet, dass für diese Aufgabe professionell arbeitende Netze gebildet werden müssen.

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