Ärzte Zeitung online, 23.06.2009

Klinik in Seoul lässt passive Sterbehilfe zu

SEOUL(dpa). Nach einem wegweisenden Sterbehilfe-Urteil in Südkorea haben Ärzte in Seoul die lebenserhaltenden Geräte an einer im Koma liegenden Patientin abgeschaltet. Die künstliche Beatmung der 77-jährigen Frau sei am Dienstagvormittag (Ortszeit) im Serverance-Krankenhaus im Beisein von Familienmitgliedern beendet worden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

In dem Fall hatte im vergangenen November erstmals ein Gericht des ostasiatischen Landes passive Sterbehilfe für einen Patienten für zulässig befunden und den Abbruch aller künstlichen Funktionshilfen für die Frau angeordnet. Der Oberste Gerichtshof hatte dann vor gut einem Monat in letzter Instanz die Entscheidung bestätigt.

In Fällen wie diesem wäre eine Fortsetzung der medizinischen Behandlung sinnlos und würde eine Verletzung der Würde des Menschen darstellen, hatte der Oberste Gerichtshof befunden. Die Gerichte hatten jeweils auch den mutmaßlichen Patientenwillen gewürdigt. Eine Willensäußerung der Frau, die nach einem Hirnschaden im Februar des vergangenen Jahres ins Koma gefallen war, lag nicht vor.

Die Familie der Patientin hatte eine Klage auf Sterbehilfe eingereicht, nachdem sich die behandelnden Ärzte geweigert hatten, sie sterben zu lassen. Die Kinder hatten argumentiert, dass ihre Mutter schon immer dagegen gewesen sei, schwer kranke Menschen ohne Überlebenschance mit Hilfe von Maschinen am Leben zu erhalten. Im Februar war dann die Berufung des Severance-Krankenhauses abgewiesen worden, in dem die komatöse Frau behandelt wurde.

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