Ärzte Zeitung online, 27.07.2009

Große Mehrheit für Sterbehilfe in Großbritannien

LONDON(dpa). Eine große Mehrheit der Briten ist für die Anwendung der aktiven Sterbehilfe im eigenen Land. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Tageszeitung "The Times" (Samstag). Drei Viertel der Befragten wollen, dass Mediziner aktive Sterbehilfe in Kliniken leisten dürfen. Besonders die 55- bis 64-Jährigen befürworten die Legalisierung.

Die Befragten machten jedoch Unterschiede hinsichtlich der Voraussetzungen für die Anwendung von Sterbehilfe. Nur etwa jeder achte (13 Prozent) ist der Meinung, sie sollte angewendet werden dürfen, auch wenn der Patient geistig und körperlich gesund ist. Mehr als vier von fünf der Befragten (85 Prozent) knüpften die legale Sterbehilfe an bestimmte Umstände wie eine unheilbare Krankheit.

Die Zeitung hatte 1500 Briten befragen lassen, nachdem sich ein Künstlerehepaar zur aktiven Sterbehilfe in eine Schweizer Klinik begeben hatte. Dirigent Edward Downes war blind und hörte kaum noch, seine Frau, eine Balletttänzerin, litt an einer unheilbaren Krebserkrankung. Die königliche Akademie für Krankenpflege war zuvor von ihrer offiziellen Ablehnung der Sterbehilfe abgerückt und forderte am Sonntag eine intensive und objektive Debatte im Land.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »