Ärzte Zeitung, 14.04.2010

Kommentar

Verträge sind längst überfällig

Von Ilse Schlingensiepen

Die Zahlen sind nicht groß, wohl aber ist es das Leid, das sich hinter ihnen verbirgt. In Nordrhein-Westfalen benötigen zu jeder Zeit mindestens 360 Kinder und Jugendliche eine spezialisierte palliativmedizinische Versorgung. Anders als bei Erwachsenen erstreckt sich die palliativmedizinische Versorgung der jungen Patienten häufig über einen langen Zeitraum.

Zwar sollten bei der Betreuung aller Schwerstkranken die Angehörigen mit in den Blick genommen werden. Bei Kindern mit lebensverkürzenden Erkrankungen nimmt dieser Aspekt aber eine ganz andere Dimension an. Hier braucht die ganze Familie Hilfe und Unterstützung.

Den besonderen Anforderungen in der pädiatrischen Palliativmedizin muss Rechnung getragen werden. Deshalb ist es richtig, dass die "Landesinitiative NRW zur ambulanten Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen" die Grundlage für ein flächendeckendesVersorgungsangebot geschaffen hat.

Das Engagement der Beteiligten läuft aber ins Leere, wenn die Leistungen auf Dauer nicht mit Verträgen hinterlegt werden. Jetzt sind Kassen und Leistungsanbieter am Zug. Die Kinder und Jugendlichen haben nicht verdient, dass man sie warten lässt.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
NRW will bessere Versorgung für sterbenskranke Kinder

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »