Ärzte Zeitung, 04.06.2010

Bald fünf Palliative Care Teams in Hamburg im Einsatz

Vertrag mit Krankenkassen sieht Aufstockung des Kontingents auf insgesamt acht Teams vor.

HAMBURG (di). In Hamburg nehmen Palliativ Care Teams (PCTs) ihre Arbeit auf. Nach Abschluss eines Vertrages mit den Krankenkassen sind zunächst fünf Teams am Start, geplant sind acht. Hamburg ist nach Angaben der Beteiligten das erste Bundesland, in dem ein solcher Abschluss gelingt. Gesundheitssenator Dr. Dietrich Wersich führt dies auf den Kooperationswillen der Beteiligten zurück. Sie hatten sich zu einer Verhandlungsgruppe zusammengeschlossen.

"Statt sich in ruinöser Konkurrenz aufzureiben ist es den Akteuren gelungen, bereits bestehenden Sachverstand und Engagement über ein gemeinsames Vorgehen in die neuen Angebote überzuleiten", sagte Wersich zum Start der interdisziplinär arbeitenden PCTs.

Die Teams aus Ärzten und spezialisierten Pflegekräften koordinieren den Versorgungs- und Betreuungsbedarf des Einzelnen, erbringen Leistungen und ziehen bei Bedarf weitere Kräfte wie etwa Ehrenamtliche und Physiotherapeuten hinzu. Sie ergänzen das in Hamburg bestehende Versorgungsangebot mit Palliativeinheiten in Krankenhäusern, stationären und ambulanten Hospizen und spezialisierten Pflegediensten.

Zum Hintergrund: Seit April 2007 haben gesetzlich Versicherte laut Paragraf 37b SGB V Anspruch auf Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV). Bisher konnten die erbrachten Leistungen jedoch nur in Einzelfällen mit den Kostenträgern abgerechnet werden. Bundesweit hat es eine verzögerte Einführung bei der Umsetzung dieser neuen Versorgungsform gegeben. Um die Umsetzung in Hamburg voranzutreiben, hatte die Gesundheitsbehörde die rechtlichen und steuerlichen Folgen verschiedener Rechtsformen der Palliativ Care Teams prüfen und einen Mustervertrag entwerfen lassen.

Das Hamburger Gutachten ist das erste, das sich der Prüfung der möglichen Rechtsformen und steuerlichen Auswirkungen für die künftigen Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung annimmt.

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