Ärzte Zeitung, 25.08.2010

Gesucht: die bestmögliche Versorgung Sterbenskranker

Eine Forschergruppe sammelt Daten, um die Versorgungsqualität von Patienten auf Palliativstationen zu verbessern.

Gesucht: die bestmögliche Versorgung Sterbenskranker

Palliativmedizinische Betreuung: Eine Förderung mit 260 000 Euro der Deutschen Krebshilfe soll Verbesserungen bringen.

© klaro

AACHEN (akr). Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe an der Universität Aachen untersucht, unter welchen Voraussetzungen Patienten und ihre Angehörigen mit der Betreuung in der letzten Lebensphase zufrieden sind. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Versorgung unheilbar kranker Patienten auf Palliativstationen und in Hospizen zu verbessern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 260 000 Euro.

Die Wissenschaftler um den Aachener Palliativmediziner Professor Lukas Radbruch gehen medizinischen und psychosozialen Aspekten nach. Das Team will Kriterien für eine hochwertige palliativmedizinische Betreuung definieren. "Hierzu zählt beispielsweise, ob ausreichend Schmerzmedikamente verabreicht werden, wie häufig Flüssigkeit aus dem Bauchraum entfernt werden muss oder auch, wie viel Zeit das Personal für jeden Patienten hat", teilte die Universität Aachen mit. Körperliche Empfindungen wie Schmerzen fragen die Wissenschaftler anhand einer Skala ab. Etwa drei Monate nach dem Tod des Patienten werden die Angehörigen gefragt, womit der Verstorbene zufrieden war und wo es Mängel in der Versorgung gab. Auch die Mitglieder der Palliativteams werden in die Untersuchung einbezogen. Da die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin seit 1999 erhebt, wie Patienten auf Palliativstationen die Versorgung beurteilen, können die Wissenschaftler auf umfangreiche Daten aufbauen.

An dem Forschungsprojekt beteiligen sich auch Kliniken und Institute in Göttingen, Köln, München, London und St. Gallen. "Die Erkenntnisse sollen Palliativpatienten so rasch wie möglich zugutekommen", sagt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

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