Ärzte Zeitung online, 22.12.2010

Deutsche Hospiz Stiftung fordert mehr Sterbebegleitung

BERLIN (dpa). In Deutschland klafft laut Deutscher Hospiz Stiftung eine enorme Lücke zwischen Bedarf und Angebot an professioneller Sterbebegleitung. "Über eine halbe Million Menschen in Deutschland bräuchte im letzten Lebensjahr professionelle Begleitung, aber nur etwa 71 000 Menschen bekommen sie", sagte der Vorstand der Patientenschutzorganisation, Eugen Brysch, am Mittwoch in Berlin.

Brysch beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie der Organisation zur Hospiz- und Palliativversorgung.

Die Untersuchung "Hospizliche Begleitung und Palliativ-Care-Versorgung in Deutschland 2010" zeige, dass rund 60 Prozent aller Sterbenden in ihren letzten zwölf Lebensmonaten eine professionelle und lindernde Begleitung bräuchten. Das entspreche mehr als 500.000 Menschen.

Tatsächlich seien nur rund 23.000 Menschen in einem stationären Hospiz gestorben. Etwa 44.000 Schwerstkranke wurden auf einer Palliativstation in einem Krankenhaus behandelt.

Ehrenamtliche Hospizdienste begleiteten zuletzt rund 39.000 Menschen in einem Jahr. Für die Studie wurden Daten von Hospizen, Palliativstationen, ambulanten Palliativteams und Hospizdiensten erhoben.

Homepage der Deutschen Hospiz Stiftung

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