Ärzte Zeitung online, 08.07.2011

"Zynisch": Hospiz Stiftung kritisiert SAPV-Bericht der Regierung

BERLIN. (eb) Die Deutsche Hospiz Stiftung hat sich kritisch zu dem im Gesundheitsausschuss des Bundestags vorgestellten Bericht der Bundesregierung über die Umsetzung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) geäußert.

"Zynisch": Hospiz Stiftung kritisiert SAPV-Bericht der Regierung

Eugen Brysch: Geschäftsführender Vorstand der Hospiz Stiftung.

© Rust / imago

"Der Bericht ist widersprüchlich und wenig aussagekräftig", sagte der Geschäftsführende Vorstand der Hospiz Stiftung Eugen Brysch in einer Pressemitteilung.

"Wenn in dem Bericht von flächendeckender Versorgung in einzelnen Ländern gesprochen wird, ist das zynisch", ergänzte er. Für die Schwerstkranken und Sterbenden in Deutschland sei die SAPV immer noch mangelhaft.

Vier Jahre, nachdem das Gesetz in Kraft getreten ist und die Menschen einen Rechtsanspruch haben, liege der Versorgungsgrad erst bei 25 Prozent.

"Wie eine Fata Morgana"

"Wenn Bundesregierung und Kostenträger von einer flächendeckenden Versorgung reden, heißt es nicht, dass der Bedarf tatsächlich gedeckt ist", erläuterte Brysch. "Flächendeckung ist wie eine Fata Morgana, die sich bei näherer Betrachtung auflöst."

Die Hospiz Stiftung sieht den GKV-Spitzenverband in der Verantwortung, einen Strategieplan vorzulegen. "Es müssen Maßnahmen benannt werden, wie eine gute Versorgung erreicht werden soll", sagte Brysch.

Auf der anderen Seite seien aber auch die Leistungsanbieter gefordert. Ohne einheitliche Interessenvertretung gebe es keine Verhandlungsmacht, "und das geht zulasten der Schwerstkranken und Sterbenden".

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