Ärzte Zeitung, 05.10.2012

Deutschland

Dicke nehmen zu

Deutschland, das Land der Bewegungsmuffel? Ein neuer Report schlägt Alarm: Zwar wird weniger geraucht und Alkohol getrunken. Dafür nimmt die Zahl der Dicken zu.

DKV-Report: Deutsche leben ungesünder

Übergewicht im Biergarten: Nur noch einer von zehn Deutschen lebt gesund.

© Arteria Photography

KÖLN (iss). Immer weniger Deutsche verhalten sich gesundheitsbewusst. Nach dem Gesundheitsreport 2012 des privaten Krankenversicherers DKV hat in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der Überwichtigen und der Bewegungsmuffel weiter zugenommen.

Das Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule in Köln hatte im Auftrag der DKV 3032 Personen ab 18 Jahren zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Zwar hat sich gegenüber dem ersten DKV-Gesundheitsreport aus dem Jahr 2010 der Zigaretten- und Alkoholkonsum leicht verringert, doch bei anderen Parametern für ein gesundheitsbewusstes Verhalten ist der Trend negativ.

So ist etwa der Anteil der Menschen, die sich als übergewichtig bezeichnen, von 44 Prozent auf 46 Prozent gestiegen. 2012 gaben nur noch 54 Prozent der Befragten an, mindestens 150 Minuten pro Woche moderat körperlich aktiv zu sein.

Aids-Kampagnen als Vorbild

Zwei Jahre zuvor waren es noch 60 Prozent. Nach der Erhebung leben nur elf Prozent rundum gesund, vor zwei Jahren waren es 14 Prozent. Alle anderen könnten nach Einschätzung der Autoren des Gesundheitsreports ihren Lebensstil deutlich verbessern.

Die meisten Gesundheitsbewussten gibt es demnach in der Generation der über 65-Jährigen.DKV-Chef Dr. Clemens Muth fordert ein stärkeres Engagement gegen Übergewicht und Bewegungsmangel.

Vorbild sollte die Aids-Kampagne mit der klaren Werbung für Kondome sein, sagt er. "Diese Kampagne wirkt. Die Aufklärung gegen Übergewicht und Bewegungsmangel braucht gesellschaftlich den gleichen Stellenwert wie die Aids-Prävention."

Denn auch hier könne durch Verhaltensänderungen die weitere Ausbreitung wirksam begrenzt werden, glaubt Muth.

[08.10.2012, 08:35:42]
Wolfgang Ebinger 
Gegen Bewegungsmangel im Büro
Die Binsenweisheit ist eigentlich hinlänglich bekannt: wenn mehr reinkommt als rausgeht, vergrößert sich der Inhalt. D. h. um diesem Trend Einhalt zu gebieten muss mehr Energie verbraucht als zugeführt werden.
Für Büroangestellte bedeutet das: einfach täglich mehr bewegen. Und wie? Ganz einfach: Man fördert die Steh-Sitz-Dynamik dadurch, dass man sich den Büroarbeitsplatz entsprechend einrichtet, damit man öfter aufstehen muss. Das ist im übrigen auch für den Rücken viel gesünder.
Wie wäre es beispielsweise mit einem sog. "Desk-Desk" (www.desk-desk.de). Man stellt ihn einfach auf den Schreibtisch und arbeitet dann teilweise an einem Stehpult ohne noch zusätzlichen Platz im Büro zu beanspruchen. Es funktioniert ganz prima, wie immer wieder berichtet wird. Auch hier gilt: probieren geht über studieren.

Man kann aber natürlich auch einfach bequem sitzen bleiben und zunehmen... zum Beitrag »

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