Ärzte Zeitung, 31.10.2012

Kommentar zum Gesunden Kinzigtal

Die zähen Idealisten

Von Helmut Laschet

Man muss Überzeugungstäter und wohl auch Idealist sein, um im deutschen Gesundheitswesen Organisationsinnovationen durchzusetzen. Sechs Jahre haben die Initiatoren des Integrationskonzepts "Gesundes Kinzigtal" gebraucht, um nachzuweisen, dass IV einen Effekt auf die Mortalität hat und zugleich Effizienzgewinne ermöglicht.

Dass dies einstweilen Insellösungen sind, liegt daran, dass vielen Akteuren die Voraussetzungen fehlen: die Bereitschaft, Risikokapital für ein längerfristiges Investment einzusetzen, Kosten für die Evaluation aufzuwenden und viele Jahre Geduld zu haben, bis sich ein Ergebnis nachweisen lässt.

Obwohl die Krankenkassen gegenwärtig im Geld schwimmen, gibt es kaum Anzeichen dafür, wenigstens einen Teil der Überschüsse für die Erprobung solcher Innovationen einzusetzen. Dazu fehlt auch der politische Druck.

Viel Energie wird hingegen darauf verschwendet, aktuell Wohltaten zu verteilen. Der eine möchte die Praxisgebühr abschaffen, der andere den Beitragssatz senken. Das ist intellektuell bequem, weil alle Argumente bekannt sind. Ziemlich allein gelassen werden hingegen diejenigen Innovatoren, die mit zäher Geduld nachhaltig gute Medizin sichern.

Lesen Sie dazu auch:
Erfolg nach sechs Jahren: Gesundes Kinzigtal ist gesünder

[31.10.2012, 10:22:00]
Dr. Eberhard Wochele 
Werbung über ALLES, bei dem Krankenkassen, wie in der Politik ( Wahlen)
Nur wenn das Unternehmen Krankenkasse oder die Politik hinter dem Wirken der Ärzte ihr Logo kleben können, wird daraus ein Schuh.
Die DMPs entstanden aus dem Gedanken heraus Prävention und gemeindebezogenen Medizin zu ermöglichen.
Vorreiter war auch hier Baden-Württemberg, damals mit 4 KVen.
Jede KV bekam einen Ausschuß: Diabetes mellitus, COPD, Herz und Umwelt zugeteilt. Daraus entstanden die DMPs
Die Verhandlungen gerieten ins Stocken. Die KV als Verhandlungsführer
lies es zu, dass alles verwässert wurde (z.B: die Check-up Bögen nicht verbessert wurden) und lies sich darauf ein, dass die Kassen - federführend die AOK - Entschiedungen treffen konnte, die letztendlich
nur der Werbung dienten oder der Steuerung der Patienten mit 10 Euro. Schade. Wer die Daten hat, hat die Macht.
Der braucht dann auch nicht mehr die Kompetenz des Arztes.
Die Pilotprojekte in Mannheim und Freiburg wurde nach Einsacken der Daten ebenfallse beerdigt.
Wem nutzen also Projekte ? Das ist hier die Frage.
Wir Ärzte sind nur die vielgelobten Esel und Wasserträger.
Wir machen das alle sehr gern. Berufung eben. Wann wachen wir auf? zum Beitrag »

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