Ärzte Zeitung, 10.12.2014

Pädiatrische Radiologie

Qualität der Versorgung harsch kritisiert

Die Deutsche Röntgengesellschaft schlägt Alarm und weist auf krasse Defizite hin.

LEIPZIG. Der Einsatz von strahlungsarmen Untersuchungsmethoden bei Kindern ist nach Darstellung der Deutschen Röntgengesellschaft immer stärker gefährdet. Insbesondere deren Erforschung stehe zunehmend auf der Kippe, weil immer weniger Zentren über kinderradiologische Abteilungen verfügen.

Dieses Dilemma hat Professor Hans-Joachim Mentzel, Leiter der AG Pädiatrische Radiologie in der Deutschen Röntgengesellschaft, bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in Leipzig aufgezeigt.

Notwendig seien kindspezifische Untersuchungsmethoden deshalb, weil der kindliche Organismus gerade in der Wachstumsphase wesentlich strahlenempfindlicher reagiere als der Organismus Erwachsener, erläuterte Mentzel.

Die Situation in der Kinderradiologie sei deshalb so "dramatisch", weil immer weniger Kinderzentren über die notwendige kinderradiologische Expertise verfügten. Dies treffe insbesondere im Bereich der Frühgeborenen-Versorgung und bei der Krebsmedizin zu.

Doch selbst in ausgewiesen Zentren müsse die "Last der Forschung, Lehre und Weiterbildung" auf immer weniger Schultern verteilt werden, weil immer mehr Professuren für das Fach Kinderradiologie - wie zuletzt an der Universitätsklinik Gießen/Marburg - unbesetzt blieben.

Damit stehe in einem Bundesland wie Hessen in Zukunft keine einzige universitär verankerte Kinderradiologie mehr zur Verfügung. (ras)

[10.12.2014, 17:19:54]
Prof. Dr. Volker von Loewenich 
Kinderradiologie
Mentzel hat recht. Aber das Problem ist nichtg so sehr, daß sich keine Kinderradiologen finden liessen, sonder viel mehr, daß eigene Abteilungen für Kinderradiologie abschafft wurden, z.B. in Frankfurt am Main und in Heidelberg. Klar, daß damit auch entsprechende Weiterbildungs-Stätten fehlen. Unsere besten Kinderradiologen waren (waren!) Doppel-Fachärzte: für Kinder- und Jugendmedizin und für Radiologie. Das war noch Qualität, die wir heute vermissen. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »