Ärzte Zeitung online, 09.12.2015

Forschung

Wanka rückt Lebensphasen in den Fokus

100 Millionen Euro zahlt das Forschungsministerium für ein neues Konzept: Im Blick stehen Jugend und Alter.

BERLIN. Die deutsche Gesundheitsforschung muss sich stärker auf einzelne Lebensphasen konzentrieren und die individuellen Bedürfnisse etwa von Menschen in Kindheit oder Alter stärker berücksichtigen.

Zu diesem Ergebnis kommt Bundesforschungsministerin Professor Johanna Wanka. Am Mittwoch hat sie deshalb die neue Förderinitiative "Gesund - ein Leben lang" in Berlin vorgestellt.

Im Mittelpunkt des Förderkonzepts steht die Ausrichtung der Forschung auf die spezifischen Belange von vier Bevölkerungsgruppen: Kinder und Jugendliche, arbeitende Menschen, Männer und Frauen sowie betagte Menschen.

Prävention und Therapien sollen dank des neues Ansatzes passgenauer ausgerichtet werden können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt dafür bis 2021 rund 100 Millionen Euro zur Verfügung.

"Kinder und Jugendliche müssen mit anderen Medikamenten behandelt werden als Erwachsene. Bei Frauen äußern sich Erkrankungen oft durch andere Symptome als bei Männern", erklärte Wanka bei der Vorstellung von "Gesund - ein Leben lang".

"Die Forschung muss die Besonderheiten noch intensiver untersuchen, die Gesundheit und Entstehung von Krankheiten in bestimmten Gruppen beeinflussen."

Bei Kindern und Jugendlichen geht es laut dem vorgelegten Bericht zur Initiative unter anderem darum, wie chronische körperliche und psychische Erkrankungen vermieden und behandelt werden können; bei alten Menschen stehen vor allem Multimorbidität und Polymedikation im Vordergrund.

Verbunden mit dem Förderkonzept sind zwei Förderrichtlinien zur Kinder- und Jugendmedizin sowie zur Versorgung älterer Menschen erschienen.

Weitere Förderrichtlinien zu gesundheitsförderlichen Strukturen in der Arbeitswelt, zur Entwicklung geschlechtersensibler Präventionskonzepte sowie zu Mehrfacherkrankungen und Arzneimitteltherapie im Alter sind laut Ministeriumsangaben in Arbeit. (jk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »