Ärzte Zeitung online, 08.01.2016

KKH-Untersuchung

Bayern ist Hochburg der Rauschtrinker

STUTTGART. Die Zahl der Alkoholerkrankten variiert in den Bundesländern stark. Darauf weist die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hin.

So wurden im Jahr 2014 rund 3500 Menschen in Baden-Württemberg wegen einer Alkoholerkrankung ärztlich behandelt. Das entspricht 1,5 Prozent der Versicherten. Zugrundegelegt wurde dabei die ICD 10-Schlüssel F10.0 und F10.9.

Einen deutlich höheren Wert hat die KKH für Mecklenburg-Vorpommern ermittelt. Dort wurden 2,51 Prozent der Versicherten entsprechend behandelt.

Die im Ländervergleich nächst höchsten Werte wurden für Berlin (2,27 Prozent, Bremen (2,11 Prozent) und Sachsen (2,08 Prozent) ermittelt. Den geringsten Anteil ärztlich behandelter Alkoholkranker gab es neben Baden-Württemberg in Rheinland-Pfalz (1,45 Prozent) und Bayern (1,64 Prozent).

Bundesweit mussten 2014 insgesamt fast 28.600 Versicherte der Kasse mit dieser Indikation behandelt werden, das entsprach 1,75 Prozent.

Zwei Drittel befürworten höhere Alkoholsteuer

Anders sieht die Länderverteilung aus, wenn nach Fällen akuten Rauschs ("Koma-Saufen") gefragt wird. Bundesweit verzeichnet die KKH unter ihren Versicherten im Jahr 2014 insgesamt 2033 Fälle.

Hier liegt Bayern mit 0,17 Prozent der Versicherten ganz vorn, Hamburg bildet mit lediglich zwölf Fällen (0,05 Prozent) das - positive - Schlusslicht.

Überdurchschnittlich viele Fälle von Rauschtrinken wurden neben Bayern in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet.

Nach Angaben der KKH ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Kasse, dass zwei Drittel der Befragten höhere Alkoholsteuern für Spirituosen befürworten würden.

Bei Bier, Wein und Sekt stimmte nur noch ein Drittel für höhere Steuern. (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »