Ärzte Zeitung online, 13.08.2008

McZahn verweist bei Anschuldigungen an EX-Vorstand

WILLICH (akr). Die ins Visier der Staatsanwälte geratene Zahnarztkette McZahn weist Beschuldigungen zurück, mit Hilfe gefälschter Zertifikate hohe Preise bei den Krankenkassen abgerechnet zu haben (wir berichteten). "Dieser Vorwurf ist unrichtig", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Kette räumt aber mögliche Unregelmäßigkeiten bei Qualitätszertifikaten ein und kündigte an, zur Aufklärung mit den Ermittlungsbehörden zu kooperieren.

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt gegen die Kette wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des Betrugs. Am Dienstag hatten Ermittler Geschäftsräume am Unternehmenssitz im niederrheinischen Willich durchsucht und Akten sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Schaden in Höhe von insgesamt 860 000 Euro aus. McZahn führt Gebisse, Kronen und Inlays aus China ein, deren Preis so weit unter dem des in Deutschland hergestellten Zahnersatzes liegt, dass gesetzlich versicherte Patienten keine Zuzahlungen leisten müssen. Damit die Kette das Material mit den Kostenträgern abrechnen kann, muss ein Zahntechnikermeister die hohe Qualität der Ware mit einer sogenannten Konformitätserklärung bescheinigen. "Diese Konformitätserklärungen sollen gefälscht worden sein", sagte Ralf Meyer von der Staatsanwaltschaft Wuppertal.

Das Unternehmen weist Betrugsvorwürfe zurück. "McZahn hat nach gesetzlichen Vorschriften abgerechnet. Sämtliche Abrechnungsunterlagen wurden von den zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigungen geprüft", heißt es in der Erklärung. Bis Ende Juni sei der Zahnersatz über die Firma "Silverline-Dental" des ehemaligen McZahn-Vorstands Werner Brandenbusch importiert worden. Es sei richtig "dass die Silverline GmbH des Werner Brandenbusch sogenannte Konformitätserklärungen für aus China eingeführten Zahnersatz zeitweise formal nicht ordnungsgemäß ausgestellt haben soll", heißt es weiter in der Erklärung. Die Qualität des Zahnersatzes sei davon aber nicht betroffen gewesen. Brandenbusch war Ende Juni aus dem Unternehmen ausgeschieden. Der Anfang August neu gewählte Aufsichtrat soll Schadenersatzforderungen gegen ihn prüfen. "Auch diesbezüglich werden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hilfreich sein. Die McZahn AG wird mit der Staatsanwaltschaft kooperieren, um die Vorwürfe zu klären", erklärte das Unternehmen.

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