Ärzte Zeitung online, 12.03.2009

Gesundheitsfonds wird für Arztpraxen zur substanziellen Bedrohung

STUTTGART (maw). Der zu Anfang des Jahres gestartete Gesundheitsfonds bedroht jede dritte Arztpraxis in ihrer Existenz. Das sagen 54 Prozent der Medizinexperten, die von der Privatärztlichen VerrechnungsStelle Baden-Württemberg (PVS-BW) für die Studie "Wirtschaftliche Lage der Ärzte und medizinische Versorgung der Patienten nach der Einführung des Gesundheitsfonds" befragt wurden.

16 Prozent der für den Report Befragten sind sogar der Meinung, jede zweite Arztpraxis stehe am Rande der Insolvenz. Jeder dritte Experte sieht 20 Prozent der niedergelassenen Ärzte durch den erhöhten Kostendruck bedroht.

Für Dr. Peter Weinert, Hauptgeschäftsführer der PVS-BW, zeigen die Ergebnisse der Studie, wie ernst die Lage auch für Patienten ist. "Mit der Ökonomisierung des Gesundheitswesens laufen wir sehenden Auges in einen Ärztemangel hinein, den auch die Patienten zu spüren bekommen. Denn ist die flächendeckende Versorgung mit Haus- und Fachärzten nicht mehr gegeben, müssen sich viele Patienten von der wohnortnahen Versorgung und der freien Arztwahl verabschieden und eine lange Fahrt in das nächste medizinische Versorgungszentrum in Kauf nehmen", so Weinert.

Eine Stellschraube zur Besserung der Situation sieht die PVS-BW bei der Nachbesserung der aktuellen Honorarsituation. So fordert sie Gesundheitspolitiker, Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen auf, die ärztliche Vergütung gerechter zu gestalten und die ambulante Versorgung der Patienten attraktiver zu honorieren. So werde die kurative Tätigkeit des Arztes wieder in den Mittelpunkt gestellt und die regionale Gesundheitsversorgung am Leben erhalten.

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