Ärzte Zeitung, 18.03.2009

Honorarreform: Wer verliert und wer gewinnt?

EBM bringt Ärzte weiter auf die Palme / Aktion der Freien Ärzte zur Wahl / Analyse der "Ärzte Zeitung"

NEU-ISENBURG (ger/maw). Die Proteste gegen die aktuelle Gesundheitspolitik und das neue Honorarsystem reißen nicht ab. Die Freie Ärzteschaft hat jetzt ein Plakat herausgebracht, das im Bundestagswahlkampf die Politik der Bundesregierung anprangern soll. Doch wer sind die wirklichen Verlierer der Honorarreform?

Die Freie Ärzteschaft mischt sich mit diesem gesundheitspolitischen Plakat in den anstehenden Bundestagswahlkampf ein.

Foto: Freie Ärzteschaft

Und es gibt sie doch: Ärzte, die im Zuge der jüngsten Honorarreform zu den Gewinnern zählen. Das zeigt eine Analyse der "Ärzte Zeitung", die die Auswirkungen der Regelleistungsvolumina (RLV) unter die Lupe genommen hat.

Wer unter dem Strich zu den Gewinnern zählen wird, ist noch immer relativ unklar - was die aktuellen Proteste noch zusätzlich anfachen dürfte. Denn Gewinner wie Verlierer werden zum Teil zum Aderlass gebeten - die Verlierer durch die neuen Honorarregeln und die Gewinner mit dem Solidaritätsbeitrag für die Verlierer.

Dabei könnten sich unter den Ärzten - zumindest im Westen -schon die als Gewinner bezeichnen, die ein Honorarplus von ein bis zwei Prozent erwarten, so Abrechnungsexperte und Hausarzt Dr. Dr. Peter Schlüter. Die Verluste bei Verlierern seien teils deutlich höher.

Unterdessen will die Freie Ärzteschaft (FÄ) die Bundestagswahl am 27. September dieses Jahres zum gesundheitspolitischen Denkzettel für CDU und SPD werden lassen. FÄ-Präsident Martin Grauduszus stellte am Dienstag ein Plakat vor, das die Hauptbotschaft enthält, Gesundheitspolitik mache krank. Er sieht bei niedergelassenen Ärzten und Patienten ein großes politisches Drohpotenzial.

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