Ärzte Zeitung online, 20.03.2009

Streit um Ärztehonorare - Schmidt für Ausgleich

Berlin (dpa). Im Streit um die Ärztehonorare tritt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) für einen Ausgleich zwischen den einzelnen Einkommens-Töpfen ein. Dauerhafte Ärzte-Streiks erwarte sie nicht, da die Mediziner sich so um ihren eigenen Verdienst brächten, sagte Schmidt am Freitag in Berlin.

Es müsse einen Ausgleich geben zwischen überwiegend nach festen Budgetregeln bezahlten Ärzten und Medizinern mit außerhalb dieser Grenze abrechenbaren Leistungen, forderte die Ministerin. Der Spitzenverband der Krankenkassen begrüßte den Vorschlag, "mehr Flexibilität in die Honorarverteilung zu bringen". Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Köhler, sagte dem "Tagesspiegel", die mit Budget-Obergrenzen versehenen Regelleistungen müssten höher bewertet werden.

Für das Gros der Behandlungen und Diagnosen gelten Honorargrenzen. Leistet ein Arzt hier mehr, dann bekommt er dafür nur noch einen Bruchteil des jeweiligen Honorars. Zusätzliche Leistungen wie Vorsorge, ambulantes Operieren oder die Arbeit niedergelassener Ärzte in Kliniken werden aber extra bezahlt. Köhler will nun mehr Geld für die Grundversorgung durch Regelleistungen. Schmidt sagte, manche Ärzte bekämen aus dem einen Topf bis zu 80 Prozent ihrer Leistungen, manche aus dem anderen - hier müsse ausgeglichen werden.

Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, sagte zur dpa: "Wir sagen ja zu einer besseren Honorarverteilung zwischen den Ärzten, aber nein zu einer Erhöhung der Honorarsumme, die in diesem Jahr insgesamt über 30,5 Milliarden Euro beträgt."

Die Kassen und Ärzte verhandeln Ende März über eine Lösung. Vor allem Fachärzte in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein protestieren mit Einschnitten bei der Versorgung von Kassenpatienten gegen vermeintlich zu wenig Geld. Köhler sagte, dass auch Gruppen protestieren, die am Ende wahrscheinlich auch ohne Nachbesserungen zu den Gewinnern zählten.

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