Ärzte Zeitung online, 21.04.2009

Ärzteverbände üben weiter Kritik an der Honorarregelung

BERLIN (dpa). Auch die vom Erweiterten Bewertungsausschuss überarbeitete Honorarregelung für Vertragsärzte stößt auf Widerstand. Unzufrieden sind nach wie vor vor allem die Fachärzte.

Am Montag hatten sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), wie berichtet, auf eine Nachjustierung verständigt. Vereinbart wurde, bestimmte Leistungen - etwa von Psychiatern - besser zu bezahlen. Die Änderungen sollen zum 1. Juli greifen.

Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) nannte die Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung am Dienstag trotz der Änderungen "komplett gescheitert". Er forderte die KBV auf, "die Geburtsfehler" der von der Selbstverwaltung beschlossenen Honorarreform zu korrigieren.

Der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (NAV-Virchow-Bund) sprach von einer "Missgeburt" und einer "verkorksten Honorarreform". Die Korrekturen seien "bloße Kosmetik". Eine Fachgruppe werde besser bewertet, anderen Fachgruppen werde etwas weggenommen - "unterm Strich bleibt alles ein Nullsummenspiel".

Auch der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, verwarf die überarbeitete Honorarregelung und forderte mehr Geld. Er warf Politik und Kassen vor, die Honorarfragen als "reine Verteilungsprobleme der Ärzteschaft" kleinzureden. Das Bundesgesundheitsministerium lehnte die Forderung nach mehr Geld ab und verwies auf die deutlich aufgestockten Mittel für Ärztehonorare.

Für den GKV-Spitzenverband verbindet die mit der KBV getroffene Vereinbarung dagegen "den Wunsch der Ärzteschaft nach einer Nachjustierung der innerärztlichen Verteilungsmechanismen" mit der Forderung der Krankenkassen nach Vermeidung neuer Belastungen für die Beitragszahler. "Dass dies erreicht wurde, ist ein gutes Signal für die niedergelassenen Ärzte und die gesetzliche Krankenversicherung", sagte Verbands-Vize Johann-Magnus von Stackelberg.

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