Ärzte Zeitung online, 05.03.2010

Heilmittelerbringer schummeln öfter bei der Abrechnung

DRESDEN (reh). Von den Falschabrechnungen, die der Ersatzkassenverband (vdek) in Sachsen 2009 zählte, stammte der Großteil nicht aus dem ärztlichen Bereich, sondern aus dem Bereich der Heilmittelerbringer. Dabei gehe insgesamt, so der Verband, rund ein Drittel der aufgedeckten Fälle auf eine fehlende Qualifikation der Leistungserbringer zurück.

Auf Nachfrage erklärte der vdek Sachsen, dass häufig Leistungen gegenüber den Ersatzkassen abgerechnet würden, die Leistungserbringer aber eben die nötigen Qualifikationen nicht erbrächten. "Ein nicht vorhandenes oder gar gefälschtes Zertifikat stellt kein zu bagatellisierendes Vergehen dar. Wer therapeutisch arbeitet, muss auf seinem Fachgebiet solide ausgebildet sein. Ansonsten riskiert der Therapeut ernsten, irreparablen Schaden am Patienten," sagte Silke Heinke, Leiterin vdek Sachsen anlässlich einer Bilanz der Tätigkeit des vdek-Arbeitsausschusses zur Bekämpfung der Abrechnungsmanipulation.

Der verbandsinterne Fachausschuss hatte 2009 insgesamt 71 Verdachtsmeldungen untersucht. In 12 Fällen konnte nach der Prüfung Entwarnung gegeben werden, für 42 Fälle bestätigte sich der Manipulationsverdacht. Bei den Übrigen dauern die Untersuchungen noch an, hieß es.

Heinke merkte aber an, dass der weitaus größte Teil der Angehörigen medizinischer Berufsgruppen überaus korrekt arbeite. Da sich die Grenze zwischen unwissentlicher und vorsätzlicher Manipulation aber oft nur schwer ziehen lasse, würden die vorgelegten Einzelfälle in dem gemeinsamen Gremium der Ersatzkassen intensiv geprüft.

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