Ärzte Zeitung, 08.12.2010

Kommentar

Berechtigtes Hinterfragen

Von Dirk Schnack

Obwohl in den vergangenen Jahren zusätzliche Milliardenbeträge in die ambulante Versorgung geflossen sind, kommt das Geld nicht bei allen Versorgerpraxen an. Das Beispiel der Landärzte Dr. Carsten Heinemeier und Ulrich Hackel, die seit Jahren sinkende Fallwerte verzeichnen, ist kein Einzelfall. In vielen Regionen kritisieren Ärzte, dass die Honorarreform nicht die erhoffte Wirkung vor Ort hat.

Das hat nichts mit Jammern auf hohem Niveau zu tun, sondern ist berechtigtes Hinterfragen eines Systems, dem es nicht mehr gelingt, die Stützen der Gesundheitsversorgung gleichmäßig und angemessen zu honorieren.

Wenn nicht einmal zusätzliche Milliarden ausreichen, um die Versorgerpraxen zufrieden zu stellen, scheinen Systemkritiker wie der KV-Vorstand aus Schleswig Holstein Recht zu behalten - gerecht und zugleich rechtssicher kann die Honorierung im derzeitigen System kaum geregelt werden.

Den betroffenen Ärzten bleibt nur, das zu tun, was ihre Kollegen Hackel und Heinemeier schon in Angriff genommen haben: strenge Kostenkontrolle, mehr Privatpatienten und Ausbau der Selbstzahlerleistungen.

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