Ärzte Zeitung, 27.04.2011

Verweildauer sorgt oft für Differenzen mit Kassen

Die Bremer Krankenhausgesellschaft verteidigt die umstrittene Abrechnungspraxis in den Kliniken.

BREMEN (cben). Die Bremer Krankenhausgesellschaft (HBKG) hat die Abrechnungspraxis der Krankenhäuser verteidigt. Angebliche Falschabrechnungen der Kliniken, die zu hohen Verlusten bei den Krankenkassen führen sollen, konnte die HBKG bei der Überprüfung der Bremer Klinikabrechnungen nicht feststellen, so Uwe Zimmer, Geschäftsführer der HBKG.

Behauptungen wie, "jede dritte Rechnung falsch" oder "Milliardenverluste für die Krankenkassen" seien falsch. "Seit Monaten werden die Krankenhäuser mit übertriebenen und völlig überzogenen Berichten an den Pranger gestellt. Einer sachlichen Prüfung halten diese Vorwürfe jedoch nicht stand, " meint Zimmer.

In Bremen würden selbst nach intensiver Prüfung durch die Kassen und den MDK 96 Prozent aller abgerechneten Fälle nicht beanstandet, so HBKG. Nun werde behauptet, dass die strittigen Fälle, also vier von 100, in denen der MDK erfolgreich geprüft hat, falsch abgerechnet worden seien. Doch die mit Abstand häufigste Beanstandung beziehe sich auf die Verweildauer, hieß es.

Kliniken "Falschabrechnung" vorzuwerfen sei inakzeptabel

Strittig sei dabei, ob ein Patient entweder nicht lange genug in der Klinik gelegen hat, um die entsprechenden Abschläge abzurechnen, oder so lange in der Klinik war, so dass seine Versorgung die durchschnittlichen Kosten so weit überschritten hat, dass ein Zuschlag abgerechnet werden kann. 65 bis 90 Prozent aller Beanstandungen bezögen sich auf diese Zusammenhänge, so Zimmer zur "Ärzte Zeitung".

"Bei Kürzungen werden überwiegend nicht alle tatsächlich erbrachten Behandlungstage anerkannt." Das bedeute in Bremen, dass eine Klinik im Schnitt etwa 440 Euro pro Rechnung verliert, rechnet die HBKG vor. "Bei 8400 beanstandeten Fällen sind das etwa 3,7 Millionen Euro und damit "0,4 Prozent der Gesamtkosten. Das heißt, 99,6 Prozent der Kosten wurden selbst nach Meinung der Kassen richtig abgerechnet", so Zimmer.

Den Kliniken darum ständig "Falschabrechnung" vorzuwerfen sei inakzeptabel. Zimmer: "Zu viele oder Falschabrechnungen gibt es so gut wie gar nicht. Und wenn tatsächlich eine Falschabrechnung unterläuft, dann wird sie schnell und geräuschlos korrigiert."

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Jede dritte Klinikabrechnung offenbar fehlerhaft

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