Ärzte Zeitung, 12.04.2012

RLV-Werte im Aufwind

Zwar gibt es nicht für alle Hausärzte gleich ein Plus von acht oder mehr Prozent bei den RLV-Fallwerten. Aber: In diesem Quartal steigen tatsächlich die Fallwerte in fast allen KVen.

Von Rebekka Höhl

RLV-Werte im Aufwind

Steigende Budgets für Hausärzte? Die Fallwerte steigen zwar, aber mancherorts wird an den Fallzahlen geschraubt.

© dpa

NEU-ISENBURG. Bei den RLV-Fallwerten für Hausärzte zeigt sich ein seltenes Bild: In allen KVen, die auch im zweiten Quartal noch unverändert der RLV-Systematik folgen, gibt es einen Aufwärtstrend.

Allerdings mit Ausnahme der KV Hessen, die ihre RLV-Fallwerte generell nicht offenlegt.

Mussten zum Jahresstart noch 13 von 15 KVen, die ihre Hausarzt-Fallwerte offenlegten, ein Minus oder zumindest stagnierende Werte hinnehmen, gibt es nun für einzelne Regionen ein Plus von acht oder über neun Prozent.

Und: Sieben KVen knacken die 40-Euro-Marke.

Schleswig-Holstein: Nachdem es für die Hausärzte zu Jahresanfang ein ordentliches Minus gab - der Fallwert sank von 37,32 Euro in 4/2011 auf 35,54 Euro - verzeichnen sie im zweiten Quartal ein Plus von 8,6 Prozent.

Damit steigt der Fallwert auf 38,58 Euro, die Fallzahl sinkt leicht auf 783,2 (797,6 in 1/2012).

Bremen: Einen Aufwärtstrend, den verspüren auch Bremens Hausärzte, ihr Fallwert wird nämlich von 33,92 Euro im ersten Quartal (Fallzahl: 793) auf nun 36,73 Euro (Fallzahl: 752) angehoben.

Auch für Hausärzte in Bremerhaven steigt der Fallwert von 33,92 Euro auf jetzt 36,73 Euro (Fallzahl: 978).

Hamburg: Es bleibt dabei, bei den Fallwerten sind Hamburgs Hausärzte die Schlusslichter.

Aber: Ihr Fallwert steigt von 31,49 Euro (Fallzahl: 749) im ersten Quartal auf nun 33,10 Euro (Fallzahl: 711).

Niedersachsen: Ein Plus von über neun Prozent gibt es dieses Quartal beim Hausarzt-Fallwert in Niedersachsen, er steigt von 39,45 Euro in 1/2012 auf 43,61 Euro und knackt damit sogar die 40-Euro-Marke.

Das ist der größte Sprung im Aufwärtstrend der Fallwerte, der bereits seit 3/2011 (Fallwert: 37,72 Euro) anhält.

Dafür sinkt aber die Fallzahl von 941,40 in 1/2012 auf jetzt 891,39.

Westfalen-Lippe: Der Fallwert bleibt auch im zweiten Quartal auf seinem Dauerwert von rund 36 Euro.

Er bewegt sich mit 36,73 Euro (Fallzahl: 946) aber langsam an die 37-Euro-Marke heran, die in 4/2011 schon einmal leicht überschritten wurde (Fallwert: 37,25 Euro).

Nordrhein: Nachdem es für Hausärzte in Nordrhein gleich zu Jahresbeginn beim Fallwert ordentlich abwärts ging - er lag in 1/2012 bei 35,77 Euro - legt der Fallwert im zweiten Quartal auf 38,67 Euro zu.

Für Nordrheins Hausärzte, die lange zu den Schlusslichtern bei den Fallwerten gehörten, ein wichtiger Sprung nach oben.

Aber: Die Fallzahl wird auf 797,95 gestutzt (1/2012: 841,67).

Berlin: Auch Berlin erholt sich wieder vom Abwärtstrend im ersten Quartal, als der Fallwert auf 36,95 Euro sank (38,29 Euro in 4/2011).

Es gibt ein Plus von fast sechs Prozent, damit liegt der Fallwert aktuell bei 39,11 Euro. Die Fallzahl bleibt weiterhin konstant bei 900.

Brandenburg: In Brandenburg wird auch in 2/2012 der 40-Euro-Fallwert gehalten.

Anders als in 4/2011 (40,05 Euro) und 1/2012 (40,02 Euro) als der Fallwert wenige Cent über den 40 Euro lag, sind es in diesem Quartal aber auf den Cent genau 40,00 Euro. Die durchschnittliche Fallzahl beträgt aktuell 989.

Sachsen: Ein Plus - und das auf hohem Basisniveau - gibt es dieses Quartal für Sachsens Hausärzte.

Ihr Fallwert legt von 41,75 Euro in 1/2012 (Fallzahl: 974,30) auf jetzt 42,60 Euro zu (Fallzahl: 929,53).

Sachsen-Anhalt: Der Hausarzt-Fallwert bewegt sich endlich von den 36 Euro weg.

Genauer gibt es für die Hausärzte dieses Quartal 38,66 Euro (Fallzahl: 1044), nachdem der Fallwert im ersten Quartal noch einmal leicht von 36,29 Euro (4/2011) auf 36,08 Euro abgerutscht war (Fallzahl: 1079).

Thüringen: Die Hausärzte der Ost-KV gleichen wieder ihr Minus von 4,4 Prozent aus 1/2012 aus.

Der Fallwert war nämlich im ersten Quartal von 43,84 Euro (4/2011) auf 41,95 Euro gefallen, um nun wieder auf 43,37 Euro anzusteigen.

Saarland: In diesem Quartal kann das Saarland nicht nur ein Plus bei den Fallwerten verzeichnen, es knackt auch noch die 40-Euro-Marke.

41,31 Euro lautet der neue Hausarzt-Fallwert, in 1/2012 lag er noch bei 38,02 Euro. Dafür wird die Fallzahl von 899 (1/2012) auf 849 gesenkt.

Baden-Württemberg: Leichter Aufwärtstrend in Baden-Württemberg - der Fallwert steigt von 40,25 Euro im ersten Quartal auf nun 40,90 Euro.

Dafür sinkt die Fallzahl von 883 (1/2012) auf 819.

Bayern: Auch in Bayern geht es weiter aufwärts. Der Fallwert steigt von 41,77 Euro in 4/2011 über 44,72 Euro in 1/2012 auf aktuell 45,78 Euro.

Die Fallzahl hingegen bleibt konstant bei 883.

Mecklenburg-Vorpommern: Die KV ist ein Sonderfall. Sie hat bereits zum Jahresstart die Honorarsystematik geändert.

Zwar gibt es den Begriff RLV noch, aber für das Honorar ist die individuelle Fallzahl aus dem aktuellen Quartal entscheidend, sie wird mit dem Fallwert multipliziert.

Und der liegt für Hausärzte gemäß dem Honorarvertrag für Patienten der Altersklasse 6 bis 59 Jahre etwa bei 36,82 Euro, für Patienten über 60 Jahre bei 46,90 Euro und für Patienten bis 5 Jahre bei 41,71 Euro.

Allerdings gibt es sowohl Fallzahlzuwachsbegrenzungen als auch mögliche Abstaffelungen.

Die KV rechnet aber nicht mit einer nennenswerten Ausweitung der Fallzahlen.

In Rheinland-Pfalz gelten seit April wieder Individualbudgets und Hessen legt die Fallwerte leider nicht offen.

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