Ärzte Zeitung, 04.02.2013

Kommentar zur Sporttauglichkeit

Und wer zahlt jetzt?

Von Ilse Schlingensiepen

Wenn Krankenkassen die Teilnahme ihrer Versicherten an Gesundheitswochen als Präventionsmaßnahme fördern, ist das ihre unternehmerische Entscheidung. In sie werden sowohl Marketing- als auch gesundheitspolitische Gründe einfließen.

Die Kassen können aber nicht die Leistungen der niedergelassenen Ärzte gleich mit ins Angebot nehmen. Die Techniker Krankenkasse verlangt von ihren Versicherten vor der Teilnahme an der TK-Gesundheitswoche mit sportlichen Aktivitäten eine Bescheinigung, ob das aus ärztlicher Sicht in Ordnung ist oder nicht.

Bezahlen will die Kasse für diese Leistung nicht, sie soll als "kurze Bescheinigung oder Zeugnis" über den EBM abgerechnet werden.

Der Arzt kann die geforderte Bescheinigung nur ausfüllen, wenn er den Patienten sportmedizinisch untersucht hat. Eine notwendige Leistung nach den Kriterien des Sozialgesetzbuchs V ist das nicht.

Deshalb besteht kein Grund, damit die ärztliche Gesamtvergütung zu belasten. Wenn der betroffene Arzt für die Leistung eine Rechnung nach GOÄ ausstellt, ist das seine unternehmerische Entscheidung.

Die TK kann sie ihm nicht einfach abnehmen, weil es für sie billiger ist. Das Vorgehen ist um so ärgerlicher, als die Kasse den Versicherten einen Zuschuss von stolzen 384 Euro zahlt.

Lesen Sie dazu auch:
Sporttauglichkeit: Stress mit Zusatzangebot der Kasse

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »