Ärzte Zeitung, 23.04.2013

Abrechnungsvergleich

Brandenburgs Hausärzte verdienen am meisten

In welchen KVen verdienen die Ärzte besonders gut, wo bleibt den Kollegen vergleichsweise wenig übrig? Aufschlüsse liefert die Abrechnungsstatistik der KBV.

Von Angela Mißlbeck

Brandenburgs Hausärzte verdienen am meisten

In Brandenburg rechnet sich eine Hausarztpraxis.

© BildPix/fotolia.com

POTSDAM. Nirgends sonst verdienen Hausärzte so viel wie in Brandenburg. Diesen Eindruck erweckt die Abrechnungsstatistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vom Dezember 2012.

Demnach haben es die märkischen Hausärzte im Schnitt auf 228.000 Euro Jahresumsatz zulasten der GKV gebracht.

Sie nehmen damit den absoluten Spitzenplatz unter den Hausärzten in Deutschland ein. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen die Hausärzte in den vier anderen östlichen KV-Bezirken mit geringem Abstand.

"Sagenhafter Spitzenplatz"

Diese Rangfolge erklärt sich aber nicht allein aus der Honorarsituation. Beim Honorar je Behandlungsfall liegen die Hausärzte in Brandenburg mit knapp 60 Euro zwar nur knapp hinter ihren Kollegen in Bayern und Baden-Württemberg.

Das sei ein "sagenhafter Spitzenplatz", so der Vorsitzende der KV Brandenburg Dr. Hans-Joachim Helming bei der Vorstellung der KBV-Statistik in der Vertreterversammlung.

Jedenfalls haben die Hausärzte in Brandenburg beim Honorar je Behandlungsfall deutlichen Vorsprung vor ihren Kollegen in den anderen östlichen Bundesländern.

Die Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern kommen beim Fallhonorar auf den achten Platz, die sächsischen folgen auf Rang elf mit immer noch etwas über 55 Euro.

Diese Marke in den hausärztlichen Fallhonoraren unterschreiten nur fünf KVen. Dabei liegt Hamburg auf dem letzten Platz. Die Spitzenposition der märkischen Hausärzte beim Gesamtumsatz hat jedoch einen zweiten Grund: "Dass man dafür etwas tun muss, ist die andere Seite", sagte Helming.

Im Süden und Südwesten die wenigsten Patienten pro Quartal

Diese Aussage bestätigt die KBV-Statistik für die Behandlungsfälle. Denn auch in dieser Statistik sind die Brandenburger Hausärzte mit im Schnitt rund 3800 Behandlungsfällen pro Jahr auf dem fünften Platz vorne dabei.

Etwa gleich auf sind Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Westfalen-Lippe.

Noch mehr Patienten behandeln im Schnitt nur die Hausärzte in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Auf den letzten Plätzen mit den wenigsten Patienten pro Quartal liegen Baden-Württemberg und Bayern. Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg folgen.

Am besten stehen bayerische Fachärzte da

Weniger attraktiv erscheint mit Blick auf die Honorarstatistik der KBV eine fachärztliche Tätigkeit in Brandenburg. Die märkischen Fachärzte liegen mit etwas mehr als 50 Euro an letzter Stelle der KBV-Statistik über das Honorar je Behandlungsfall.

Zum Vergleich: Im Saarland erwirtschaftet ein Facharzt im Durchschnitt knapp 70 Euro Honorar pro Fall. Das ist bundesweite Spitze.

Durch das schlechte Abschneiden der Fachärzte belegt die KVBB in der Gesamtbetrachtung der Fallwerte den vorletzten Platz in der bundesweiten Statistik. Die Fallhonorare der märkischen Ärzte insgesamt weichen vom Bundesdurchschnitt um rund zehn Prozent nach unten ab.

Schlechtere Durchschnittsfallhonorare haben nur die Ärzte in Thüringen. Am besten stehen die Ärzte in Bayern da. Ihre Durchschnittsfallhonorare sind mehr als zehn Prozent höher als der Bundesdurchschnitt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »