Ärzte Zeitung, 02.07.2013

Kommentar zu Dialyse-Sachkosten

Gewicht und Argumente

Von Christoph WInnat

Die Selbstverwaltung habe auf der Grundlage falscher Zahlen entschieden. So monieren die Fachverbände, die auf eine Rücknahme des Beschlusses drängen, die Dialyse-Sachkostenpauschale abzusenken. Andernfalls seien die Konsequenzen dramatisch.

Doch eigene Zahlen, die die Dramatik - nach Praxisgrößen differenziert - illustrieren, konnten oder wollten sie bis dato nicht vorlegen. Dass die Versorgungsqualität mit abnehmender Vergütung sinke, "liege doch auf der Hand".

Nach diesem Muster wurden etwaige Nachfragen gerne beschieden. - Dass solcherart rhetorische Katzen im Sack auch immer ein Geschmäckle haben, liegt auf der anderen Hand. Der Auseinandersetzung um die Finanzierung der Dialyse, aber auch der Sache der Anbieter tut es daher gut, wenn sich jetzt das KfH einmischt.

Der Ärzteverein verlässt sich nicht auf das Gewicht seiner Stimme als mit Abstand größtem Dialyse-Versorger. Vielmehr wartet er mit einer stringenten Darstellung seiner Probleme auf, erhärtet durch allgemein zugängliche Zahlen.

Dem kann man folgen, ohne sich des Eindrucks erwehren zu müssen, es würde nur im Namen der Kleinen gejammert, weil die Großen nichts abgeben wollen. Die Argumente des KfH kann die Selbstverwaltung nicht so leicht unter den Tisch kehren.

Lesen Sie dazu auch:
Dialyse: Die Finanzierung des KfH steht auf der Kippe

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »