Ärzte Zeitung, 17.01.2014

Hessen

Honorarplus zwischen 3,7 und 3,85 Prozent

KV und Kassen einigen sich auf Honorarplus zwischen 3,7 und 3,85 Prozent

Ein Verhandlungsmarathon geht zu Ende: KV Hessen und Kassen haben sich auf das Honorar 2013 geeinigt. Allerdings rechnen beide Seiten weiterhin mit unterschiedlichen Zahlen. Der Beschluss ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das Klima bleibt angespannt.

NEU-ISENBURG. Als letzte KV-Region gibt es nun auch in Hessen eine Honorarentscheidung für das Jahr 2013. Laut einer KV-eigenen Publikation sollen die Honorare der hessischen Ärzte im Schnitt um 3,7 Prozent, laut Kassenvertretern um 3,85 Prozent steigen.

Der Unterschied von 0,15 Prozentpunkten beruhe auf "Marginalien" oder unterschiedlichen mathematischen Rundungen, heißt es auf Seiten der Kassen. Am kommenden Montag will sich die KV erstmals öffentlich zu dem Verhandlungsergebnis äußern.

Das Ergebnis im Detail - so wie die KV es in ihrem Mitteilungsblatt veröffentlicht hat - orientiert sich im Wesentlichen an den "sehr guten", wie es aus Kassenkreisen heißt, Vorgaben des Bewertungsausschusses vom Oktober 2012 sowie aus dem März 2013.

Landesspezifische Zuschläge gibt es bei den "besonders förderungswürdigen Leistungen." Hier werden insgesamt 12,5 Millionen Euro mehr gezahlt, 1,5 Millionen Euro davon sollen auf die Stützung der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung aufgewendet werden.

Die restlichen elf Millionen Euro sollen in die Förderung der Haus- und Heimbesuche fließen und sollen "anteilig auf die haus- und fachärztliche Versorgungsebene aufgeteilt" werden, schreibt die KV. Über weitere Details habe man sich aber noch nicht geeinigt, heißt es aus Verhandlungskreisen.

Die Forderung der KV Hessen, in den Verhandlungen ein aus ihrer Sicht höheres Honorarvolumen von rund 13 Prozent festzustellen, lehnte das Schiedsamt ab. Die KV konnte mit ihrer Rechnung, es gebe einen deutlich höheren Versorgungsbedarf im Land, nicht überzeugen.

Dem Antrag der KV, aufgrund der aus ihrer Sicht besonderen Kostensituation im Land einen Zuschlags zum Orientierungswert zu gewähren, wurde nach Angaben der KV teilweise stattgegeben. Der Punktwert wurde um 1,1 Prozent erhöht.

Beschluss noch unter Vorbehalt

Der Honorarbeschluss für 2013 steht noch unter Vorbehalt der Klage - denn noch liegt die schriftliche Begründung der Entscheidung des Landesschiedsamtes vom Oktober 2013 nicht vor. Sobald die Begründung veröffentlicht wird, haben beide Seiten vier Wochen Zeit, die Entscheidung zu beklagen. Beobachter und Mitglieder der Verhandlungskreise gehen davon aus, dass beide Seiten gegen den Beschluss klagen werden.

Das hätte allerdings erhebliche Auswirkungen auf die angespannte Stimmung zwischen KV und Kassen im Land - zuletzt lagen beide beim Thema Impfen über Kreuz. Ende Januar soll mit den Honorarverhandlungen für 2014 begonnen werden.

Der Beschluss des Landesschiedsgerichts war nötig geworden, nachdem die Vorstände der KV Hessen im Mai 2013 die Honorarverhandlungen für gescheitert erklärt hatten.

Damals teilten KV-Chef Frank Dastych und KV-Vize Dr. Günter Haas mit: "Für den Vorstand der KV Hessen dokumentieren die vorangegangenen Verhandlungsrunden vor allem das Desinteresse der hessischen Krankenkassen an einer konstruktiven Vertragspartnerschaft." Zu dem Zeitpunkt waren beide Vorstände gerade einmal vier Monate im Amt.

Die Kassen sahen damals keinen Grund, von den bundesweiten Vorgaben im Land abzuweichen. Im Oktober 2013 wurde vor dem Schiedsamt verhandelt, danach schlossen sich drei weitere Verhandlungsrunden an.

Daraufhin gab es weitere Verzögerungen in den KV- und Kassengremien, so dass die geplante Veröffentlichung von Ergebnissen im November 2013 immer wieder verschoben wurde. (bee)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »